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Schwindel
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Gutes Gleichgewicht – seltener Alzheimer

Was schützt Taxifahrer vor Alzheimer? Wahrscheinlich ihr durch das permanente Orientierungstraining vergößerter hinterer Hippocampusbereich, ein Teil des Gehirns, der bei Alzheimer stark betroffen ist. Dieser Teil schrumpft, wenn Menschen unter bestimmten Formen von Schwindel leiden. Erhöht Schwindel deshalb das Risiko für Alzheimer?
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 15.04.2025  16:00 Uhr

Diese Frage konnten Forschende um die Neurologin Carolin Koriath von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München jüngst beantworten. Dazu wählten sie aus einem eine halbe Million Menschen fassenden Datensatz des britischen Primärarztregisters Biobank rund 291.000 Menschen ohne Demenz und ab einem Alter von 55 Jahren aus. Dann suchten sie unter diesen nach Menschen mit sogenannten peripher-vestibulären Erkrankungen. Darunter versteht man Erkrankungen, bei denen im Innenohr das Gleichgewichtsorgan oder der Gleichgewichtsnerv beeinträchtigt ist. Diese Menschen leiden unter Schwindel und Störungen des Gleichgewichts. Bei den Nachuntersuchungen fiel auf, dass von den 4800 Menschen, die Morbus Alzheimer entwickelt hatten, viele auch unter einer peripher vestibulären Störung litten, die in den meisten Fällen bereits vor der Demenz diagnostiziert worden war. Unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, weiteren Erkrankungen und Risiken für eine Demenz erhöhte die periphere vestibuläre Dysfunktion das Demezrisiko um 70 Prozent.

Die Schlussfolgerung der Forschenden: Training des Gleichgewichts und des räumlichen Orientierungsvermögens könnten die Gefahr senken, eine Demenz zu entwickeln. Das sehen die Wissenschaftler auch als Möglichkeit, damit aus einer bereits vorhandenen leichten kognitiven Beeinträchtigung womöglich nur verzögert eine Demenz folgt.

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