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Stressreaktion
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Haarausfall durch Intervallfasten?

Intervallfasten hat günstige Wirkungen auf den Stoffwechsel. Es ist aber auch ein Stressor. Der Körper beschränkt sich auf die wichtigen Stoffwechselreaktionen und investiert weniger Kraft in das Haarwachstum, wie eine neue Studie annehmen lässt.
AutorKontaktPZ
Datum 07.01.2025  10:00 Uhr

Wie wirkt Fasten auf die Haarwurzel?

Im Normalfall durchlaufen die HFSC zyklische Phasen von Inaktivität und Aktivität. Die Autoren konnten zeigen, dass bei rasierten Mäusen die Stammzellen aktiv werden und neues Haarwachstum einleiten.

Wenn die Forschenden aber die Tiere  einem intermittierenden Fasten aussetzten - etwa mit acht Stunden Zugang zu Nahrung und 16 Stunden Nahrungskarenz - blieb der Zyklus der Haarregeneration stehen, außerdem gingen mehr Stammzellen in die Apoptose über. Während die Mäuse mit uneingeschränktem Nahrungsangebot innerhalb von 30 Tagen die rasierten Haare regenerierten, dauertes das Haarwachstum beim intermittierenden Fasten 96 Tage lang.

Das Team setzte nun die Mosaiksteine aus den verschiedenen Versuchen zusammen und entwickelte folgende Theorie:

  • Beim Fasten wird der Hypothalamus aktiviert und eine Hormonkaskade in Gang gesetzt, die schließlich zu einer Ausschüttung von Stresshormonen (Cortisol und Epinephrin) aus der Nebenniere führt. Die Nebennieren sind für die Anpassung der Gewebe an das Fasten von zentraler Bedeutung.
  • Die freigesetzten Stresshormone aktivieren die Fettzellen in den Nischen. Sie beginnen mit dem Abbau von Speicherfett aus ihren Reserven und geben sie in die Nischenumgebung ab.
  • Dadurch ändert sich der Stoffwechsel der HFSC grundlegend. Fettsäuren in der Nähe der Haarwurzel erzeugen oxidativen Stress, den die Stammzellen nicht abfangen können. Sie werden geschädigt und gehen in einen Ruhezustand über. Bei längeren Fastenphasen leiten die Stammzellen schließlich den programmierten Zelltod ein (Apoptose). Damit ist eine Regeneration der Haarwurzel nicht möglich.

Aus den Ergebnissen ergibt sich auch die Frage, ob es möglich ist, durch die Zufuhr von Antioxidanzien das Überleben der HFSC beim Fasten zu garantieren. Die Arbeitsgruppe trug dazu antioxidativ wirkendes Vitamin E auf die Haut der Tiere auf. Zusätzlich steigerte sie über genetische Eingriffe die antioxidative Kapazität der Zellen. Dadurch überlebten die HFSC die Fastenperiode häufiger. 

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