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Kopf und Bartbereich
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Hautpilz verbreitet sich

Komisch. Eine trockene Stelle, die Haut unter dem Haar ist etwas gerötet. Ein hochansteckender Pilz macht sich auf den Köpfen von Jungen und jungen Männern breit. Die waren zuvor oft beim Barber.
AutorKontaktdpa
Datum 15.07.2024  12:00 Uhr

Schuppende und teils auch eitrige Pilzinfektionen auf dem Kopf und im Bartbereich nehmen vor allem bei männlichen Jugendlichen und jungen Männern rasant zu. Fachleute gehen davon aus, dass sich die Personen überwiegend in Barbershops infizieren – also in Friseurgeschäften, die sich vor allem an diese Kundengruppe wenden und mit günstigen Preisen werben.

»Die steigende Zahl von Infektionen mit dem Pilz Trichophyton tonsurans ist ein richtiges Problem und erst in den letzten etwa drei Jahren aufgekommen«, berichtet Pietro Nenoff, Laborarzt und Professor für Dermatologie an der Uni Leipzig. »Es gibt einen stetigen Anstieg.« Ursache der Infektionen sei mangelnde Hygiene und unzureichende Desinfektion etwa von Rasiergeräten.

Nachweise vervielfachen sich

Alleine in seinem Labor Labopart seien im vergangenen Jahr fast 350 Nachweise des Pilzes gelungen, führt Nenoff aus. »Das ist für diesen eigentlich eher seltenen Pilz wirklich viel.« Bundesweit dürften es inzwischen tausende Infektionen sein.

Zunächst seien Erkrankungen vornehmlich aus den alten Bundesländern gemeldet worden, »inzwischen ist ganz Deutschland betroffen«. Der Dermatologe Martin Schaller von der Universität Tübingen sprach gegenüber dem Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« sogar von einer »europaweiten Epidemie«. Der Pilz werde inzwischen drei- bis fünfmal so oft nachgewiesen wie noch vor fünf Jahren, sagen Schaller und Nenoff.

Barbershops sind häufige Infektionsquelle

Der häufige Zusammenhang zwischen den Infektionen und Besuchen im Barbershop sei mittlerweile unstrittig, erklärt Nenoff. Zuallererst hätten vor wenigen Jahren Kollegen aus Duisburg dies vermutet, nachdem 17 Jugendliche und junge Männer sich infiziert hatten und allesamt zuvor in einem Barbershop gewesen waren. Eine Quelle für den Pilz fand sich Nenoff zufolge zunächst aber nicht.

Forschende aus Kiel hatten drei Jahre später gemeinsam mit dem dortigen Gesundheitsamt dann Infektionen von anderen Betroffenen mit dem Erreger in einem zuvor besuchten Barbershop nachweisen können: Der Pilz war in Rasiergeräten und einer Schublade zur Lagerung der Geräte gefunden worden.

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