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Gele, Cremes, Patches
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Herpesmittel im Test

Ein bis zwei Wochen dauert es in der Regel, bis Lippenherpes von selbst abheilt. Eine Zeit, in der Betroffene oft das Gefühl haben, alle Welt schaut ihnen auf den Mund. Beschleunigen Herpesmittel die Heilung? Stiftung Warentest ist nicht überzeugt.
AutorKontaktdpa
Datum 27.05.2024  10:00 Uhr

Rezeptfreie Cremes und Medizinprodukte wie Pflaster, Patches oder Thermostifte versprechen genau diese Abkürzung. So manches Mittel wirbt sogar mit einer Heilung innerhalb von 24 Stunden. Doch die Stiftung Warentest ist davon nur wenig überzeugt (Test-Ausgabe 6/2024).

26 Mittel haben sich die Testerinnen und Tester näher angeschaut. Heißt konkret: Sie haben Studien zu Wirksamkeit und Risiken gesichtet, um so zu einer Einschätzung zu gelangen, ob sich die Produkte zur Behandlung von Herpes eignen.

Ein halber bis ein Tag Verkürzung

Das Fazit: Keines der 26 Mittel kann die Heildauer signifikant verkürzen. Cremes mit den Wirkstoffen Aciclovir oder Penciclovir können sie im besten Fall um einen halben bis einen Tag verringern. Mehr ist der Studienlage zufolge nicht drin. Selbst dann, wenn die Cremes bei den ersten Beschwerden aufgetragen werden, wie die Hersteller es empfehlen. Der Stiftung Warentest zufolge dringen die Wirkstoffe nicht tief genug in die Haut ein, gelangen also nicht bis in die Nervenknoten, von denen die Virusinfektion ausgeht.

Teebaumöl beurteilt Stiftung Warentest ebenfalls kritisch – es kann allergische Reaktionen auslösen.

Patches schützen vor Keimen und Bakterien

Nach Ansicht der Stiftung Warentest können Patches gegen Herpes durchaus einen Nutzen bringen. Denn die speziellen Pflaster, können – auf die Bläschen geklebt – Schmutz und Keime fernhalten. Außerdem bieten sie eine Möglichkeit, die Bläschen zu kaschieren: Die Pflaster lassen sich mit Lippenstift oder Make-up überschminken.

Noch ein Pluspunkt der Patches: Sie verringern das Risiko, dass Erkrankte die ansteckenden Herpesviren weitergeben.

Verhaltensregeln bei Herpes

Betroffene sollten auf gute Hygiene achten. Das heißt: Finger von den Bläschen lassen. So kann man verhindern, dass sie sich entzünden – oder, dass die Viren in die Augen gelangen. Während der Infektion sollten Betroffene keine Handtücher, Gläser, Trinkflaschen oder Lippenstifte mit anderen teilen.

Und noch eine Regel, die vor allem frischgebackenen Eltern sehr schwerfallen dürfte: Wer Herpes hat, sollte keine Babys küssen. Dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) zufolge kann eine Infektion mit Herpesviren bei Neugeborenen zu einer Gehirnentzündung führen, die lebensbedrohlich verlaufen kann.

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