| Isabel Weinert |
| 13.01.2026 10:00 Uhr |
Schwere Unterzuckerungen, womöglich mit einem Schock, schädigen Organe und begünstigen akute Herzereignisse. / © Adobe Stock/Tunatura
Diesen Zusammenhang stellte Professorin Dr. Julia Szendrödi, Uniklinikum Heidelberg, auf dem Deutschen Diabetes Kongress 2025 vor. Dabei nannte sie besorgniserregende Zahlen: Häufige Unterzuckerungen steigern die Gefahr für Herz-Kreislauf-Ereignisse und Tod etwa um das doppelte. Oft weisen Menschen mit häufigen und heftigen Hypoglykämien besonders normnahe Langzeitblutzuckerwerte (HbA1c) auf, und zwar unter 5,7 Prozent.
Sowohl diese an sich sehr guten Werte als auch solche über 8,5 Prozent führten dazu, dass Menschen mit Diabetes besonders oft ins Krankenhaus müssen. Dabei liege nach einer schweren Unterzuckerung die Gefahr für Herz und Kreislauf besonders in den ersten Tagen nach dem Ereignis sehr hoch.
Neben dem Herz-Kreislauf-System leiden bei häufigen Hypoglykämien auch Nieren, Augen und Nerven deutlich öfter als bei denjenigen Diabetikern, die nur selten unterzuckerten. Die Expertin riet deshalb zu einer therapeutischen Trias, um Hypoglykämien so gering wie möglich zu halten: individualisierte Blutzuckerzielwerte, eine gute Schulung der Patienten und die Behandlung mit Medikamenten, bei denen die Gefahr zu unterzuckern gering ausfällt. Dazu zählen GLP-1-Rezeptir-Agonisten sowie SGLT2-Inhibitoren.