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Hilfe bei haarigen Nachwuchssorgen

So schön eine füllige Haarpracht ist, so sehr belastet übermäßiger Haarausfall. Die häufigsten Formen sind die androgenetische Alopezie und diffuser Haarausfall, die bei Frauen und Männern in jedem Lebensalter auftreten können. Welche Präparate gegen den haarigen Verlust helfen können.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 07.05.2025  08:30 Uhr

Genetisch bedingt

  • Androgenetische Alopezie (AGA)
  • 95 Prozent aller Fälle von Haarausfall
  • Haarfollikel haben erhöhte Sensitivität gegenüber Dehydrotestosteron (DHT)
  • verkürzte Wachstumsphase, Haarwurzel verkümmert
  • Männer: zunächst Geheimratsecken, dann im Bereich des oberen Hinterkopfes (Tonsur)
  • Frauen: dünner werdendes Haar und Haarausfall im Bereich des Scheitels
  • kompletter Haarverlust bei Männern möglich, bei Frauen äußerst selten

Gut geeignet: Minoxidil

  • Anwendung empfohlen in der europäischen S3-Leitlinie bei AGA
  • Haarwachstum wird wahrscheinlich durch bessere Durchblutung angeregt
  • genauer Wirkmechanismus unklar
  • ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck
  • bei äußerer Anwendung nur geringe Resorption, systemische Nebenwirkungen unwahrscheinlich
  • verstärkte Gesichtsbehaarung als Nebenwirkung möglich

Anwendung

  • Minoxidil gibt es als Lösung, Spray oder Schaum (wie Regaine ® , Minoxidil Bio-H-Tin ® oder Minoxidil Doppelherz ® ).
  • Auf die Kopfhaut auftragen und einmassieren.
  • Männer: zweimal täglich 5-prozentige Lösung oder Schaum
  • Frauen: zweimal täglich 2-prozentige Lösung oder einmal täglich 5-prozentigen Schaum
  • Geduld haben: Wirkung wird erst nach zwei bis vier Monaten sichtbar; Achtung: Shedding.
  • Ansprechen der Behandlung nach sechs Monaten überprüfen, bei Nichtansprechen Abklärung durch den Hautarzt.
  • Nach Beendigung der Therapie fallen Haare wieder aus.

Was ist Shedding?

  • Zu Beginn der Behandlung kann es zu vermehrtem Haarausfall kommen.
  • Zeichen der Wirksamkeit; Behandlung sollte nicht abgebrochen werden.
  • Haarfollikel gehen von Ruhephase in Wachstumsphase über; alte Haare werden herausgeschoben (fallen aus) und neue wachsen nach.

Derivat von Estradiol

  • Alfatradiol (wie Ell-Cranell® oder Pantostin®)
  • keine Empfehlung für oder gegen eine Anwendung in der europäischen S3-Leitlinie bei AGA, Datenlage widersprüchlich
  • hemmt die Umwandlung von Testosteron in DHT
  • Wirkung nur an der Haarwurzel, keine systemische Hormonwirkung
  • Anwendung: zu Beginn einmal täglich auf die Kopfhaut auftragen; bei Besserung der Beschwerden alle zwei bis drei Tage

Abgrenzung zu diffusem Haarausfall

  • Haare werden auf dem gesamten Kopf dünner.
  • Verschiedene Ursachen: beispielsweise Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion, schnelle Gewichtsabnahme,
  • Absetzen der Antibabypille, nach einer Schwangerschaft oder mit Beginn der Wechseljahre, entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut, hohes Fieber oder Stress
  • Haarausfall beginnt etwa drei Monate nach auslösendem Ereignis.
  • Nährstoffmangel (wie von Eisen, Biotin oder Zink) können zu Haarverlust führen.
  • Haarausfall in Folge von Nebenwirkung einiger Medikamente, wie Chemotherapeutika, Betablocker, Phenprocoumon oder Diclofenac möglich.

Kapseln, Shampoos und Tinkturen

  • Zahlreiche Präparate mit Inhaltsstoffen wie Coffein, Biotin, B-Vitaminen, Zink, Cystin oder Kieselerde versprechen Linderung (wie Priorin ® , Bio-H-Tin ® Hair Essentials, Orthomol ® Hair Essentials, Pantovigar ® vegan).
  • Keine Empfehlung für oder gegen eine Anwendung in der europäischen S3-Leitlinie bei AGA; Datenlage nicht ausreichend
  • Können helfen, wenn ein Mangel ursächlich ist.
  • Der Health Claim »Erhalt normaler Haare« ist zulässig, wenn Biotin, Zink und Selen enthalten sind.
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