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Knie- und Hüftarthrose
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Hilft Hyaluronsäure?

Spritzen mit Hyaluronsäure bei Knie- oder Hüftgelenksarthrose geben vielen Betroffenen im Vorfeld Auftrieb, dass doch noch etwas helfen könnte. Das wissenschaftliche Team des IGeL-Monitors erteilt der Methode nun erneut eine Absage: kein Nutzen und große Gefahr von Nebenwirkungen.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 26.09.2025  10:00 Uhr

In einer Pressemitteilung des medizinischen Dienstes Bund schreiben die Autoren: »Grundlage für diese Bewertung sind systematische Recherchen nach wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten zu Injektionen von Hyaluronsäure zur Behandlung von Arthrose-Beschwerden. Gesucht wurden Studien, die Injektionen zum einen in das Knie-, zum anderen in das Hüftgelenk untersucht haben – jeweils im Vergleich zu einer Scheinbehandlung (entweder eine Injektion ohne Wirkstoff oder eine nur vorgetäuschte Injektion) oder zu keiner Behandlung.« 

Es gebe gerade zu Hyaluronsäure-Spritzen bei einer Arthrose eines Kniegelenks eine umfangreiche wissenschaftliche Literatur und zu denjenigen bei Hüftgelenksarthrose zwar weniger, aber auch solide Daten. Das Ziel der Spritzen mit der körpereigenen Substanz Hyaluronsäure soll es sein, die fehlende Gelenkschmiere zu ersetzen und damit Knorpel wieder reibungsfrei gleiten zu lassen. Doch die intraartikulären Injektionen bergen Risiken – von leichteren Schmerzen nach der Spritze bis hin zu schwerwiegenden Infektionen im Gelenk. Und das sei der nachgewiesene geringfügige Unterschied zugunsten der Injektionen bei Schmerz und Funktion des Knies nicht wert. Er fiele derart klein aus, dass er klinisch kein Gewicht habe. Bei den Spritzen ins Hüftgelenk werden die Autoren noch deutlicher, denn hier existiert tatsächlich gar kein Unterschied zu Placebo. Von Arthrose in Knie oder Hüftgelenk Betroffene können sich damit die Kosten für diese IGeL-Leistung sparen.

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