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Wissenschaftlich bestätigt
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HPV-Impfung schützt nachhaltig vor Gebärmutterhalskrebs

Humane Papillomviren (HPV) können schwere Erkrankungen verursachen – darunter Krebs an Gebärmutterhals, Penis, Vulva oder im Mund-Rachen-Raum. Seit 2007 wird die Impfung gegen die gefährlichsten HPV-Typen für Mädchen empfohlen, seit 2018 auch für Jungen. Doch wie wirksam ist die Impfung? Erkranken dadurch weniger Menschen an Krebs? Zwei aktuelle Studien liefern nun neue Erkenntnisse hinsichtlich Gebärmutterhalskrebs.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 18.02.2026  10:00 Uhr

Den Forschenden zufolge ist nun fast 10 Jahre nach der Zulassung der HPV-Impfung sicher: Die HPV-Impfung kann das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, deutlich senken – vor allem bei Frauen, die sich in jungen Jahren impfen lassen. 

Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums hat sich die beiden zugrundeliegenden Studien, zwei sogenannte Cochrane-Reviews, genauer angesehen. Cochrane-Reviews sind systematische Übersichtsarbeiten, die nach besonders strengen wissenschaftlichen Kriterien erstellt werden. 

Impfung senkt Risiko auch auf Bevölkerungsebene

Es war bis dato bereits bekannt, dass eine HPV-Impfung Krebsvorstufen verhindert. Neu und nun wissenschaftlich belegt sei jedoch, dass mit der Impfung auch weniger Krebserkrankungen einhergehen, so der KID. Daten aus Schweden, Schottland und Indien zeigten, dass Mädchen, die vor ihrem 16. Geburtstag geimpft wurden, in den folgenden 10 bis 14 Jahren ein deutlich geringeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs aufwiesen als ungeimpfte Frauen.

Hinzu komme das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten bevölkerungsbasierten Studie aus Schweden (»The Lancet Public Health«): In Altersgruppen mit hoher HPV-Durchimpfung traten auch bei ungeimpften Frauen deutlich seltener hochgradige Zellveränderungen am Gebärmutterhals auf. Hier komme das Herdenschutz-Phänomen zum Tragen, erklärt der KID. Das spreche dafür, dass die Impfung nicht nur individuell bei den geimpften Personen wirke, sondern durch eine geringere Verbreitung der Viren auch auf Bevölkerungsebene zur Krebsprävention beitrage.

HPV-Impfstoffe sind sicher

Bei einer weiteren Übersichtsarbeit lag der Fokus auf der Sicherheit der Impfstoffe. Die Daten belegen laut KID:

  • Alle zugelassenen HPV-Impfstoffe schützen zuverlässig vor einer anhaltenden Infektion mit den jeweils abgedeckten HPV-Typen.
  • Zudem verringert die Impfung die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen – innerhalb eines Nachbeobachtungszeitraums von bis zu 7 Jahren.
  • Und: Es treten meist nur leichte und kurzanhaltende Nebenwirkungen auf, darunter Schmerzen, Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen traten nicht häufiger auf als bei Scheinimpfungen mit einem Placebo.

Nobila Ouédraogo von der Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ erklärt: »Besonders wenn Mädchen früh geimpft werden, idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt, bietet die Impfung einen sehr starken Schutz, der die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs deutlich senkt. In einigen Einzelstudien wurden in der Gruppe der Geimpften sogar gar keine Krebsfälle beobachtet. Der starke vorbeugende Effekt gegen Gebärmutterhalskrebs zeigt, welches Potenzial HPV-Impfprogramme für die Krebsprävention insgesamt haben.«

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