| Katja Egermeier |
| 18.02.2026 10:00 Uhr |
Die HPV-Impfung zeigt einen starken vorbeugenden Effekt gegen Gebärmutterhalskrebs – vor allem, wenn die Mädchen früh geimpft werden. / © Getty Images/portishead1
Den Forschenden zufolge ist nun fast 10 Jahre nach der Zulassung der HPV-Impfung sicher: Die HPV-Impfung kann das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, deutlich senken – vor allem bei Frauen, die sich in jungen Jahren impfen lassen.
Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums hat sich die beiden zugrundeliegenden Studien, zwei sogenannte Cochrane-Reviews, genauer angesehen. Cochrane-Reviews sind systematische Übersichtsarbeiten, die nach besonders strengen wissenschaftlichen Kriterien erstellt werden.
Es war bis dato bereits bekannt, dass eine HPV-Impfung Krebsvorstufen verhindert. Neu und nun wissenschaftlich belegt sei jedoch, dass mit der Impfung auch weniger Krebserkrankungen einhergehen, so der KID. Daten aus Schweden, Schottland und Indien zeigten, dass Mädchen, die vor ihrem 16. Geburtstag geimpft wurden, in den folgenden 10 bis 14 Jahren ein deutlich geringeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs aufwiesen als ungeimpfte Frauen.
Hinzu komme das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten bevölkerungsbasierten Studie aus Schweden (»The Lancet Public Health«): In Altersgruppen mit hoher HPV-Durchimpfung traten auch bei ungeimpften Frauen deutlich seltener hochgradige Zellveränderungen am Gebärmutterhals auf. Hier komme das Herdenschutz-Phänomen zum Tragen, erklärt der KID. Das spreche dafür, dass die Impfung nicht nur individuell bei den geimpften Personen wirke, sondern durch eine geringere Verbreitung der Viren auch auf Bevölkerungsebene zur Krebsprävention beitrage.
Bei einer weiteren Übersichtsarbeit lag der Fokus auf der Sicherheit der Impfstoffe. Die Daten belegen laut KID:
Nobila Ouédraogo von der Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ erklärt: »Besonders wenn Mädchen früh geimpft werden, idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt, bietet die Impfung einen sehr starken Schutz, der die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs deutlich senkt. In einigen Einzelstudien wurden in der Gruppe der Geimpften sogar gar keine Krebsfälle beobachtet. Der starke vorbeugende Effekt gegen Gebärmutterhalskrebs zeigt, welches Potenzial HPV-Impfprogramme für die Krebsprävention insgesamt haben.«