Wie der Therapeut erklärt, ist der Begriff »Trigger« mit dem Konzept des Traumas verwandt und hängt eng mit der wissenschaftlichen Erforschung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zusammen. Ein Trigger ist nach aktuell etablierten Erklärungsmodellen der PTBS ein Reiz, der neuronal in besonders starker Weise mit der Trauma‑Erinnerung verknüpft ist. Der Reiz könne bei PTBS‑Betroffenen die gesamte Trauma‑Erinnerung aktivieren.
Wenn man anfange, »sämtliche unschönen biografischen Prägungen« Trauma zu nennen, ist das Christian Rupps Auffassung nach gegenüber Betroffenen mit einer PTBS »respektlos und unsensibel«.
Dieses Phänomen, einst unbekannte psychologische Begriffe auch in der Alltagssprache zu verwenden, wird auch als »Therapy speak« (auf Deutsch etwa: Therapie‑Sprech) bezeichnet und existiert nicht nur im Zusammenhang mit vermeintlichen »Triggern«. Andere Beispiele betreffen zum Beispiel die Begriffe »Gaslighting«, »Narzissmus« oder »toxisch«.
Positiv an dieser Entwicklung kann sein, dass Krankheiten und psychische Störungen so im Alltag sichtbarer werden und enttabuisiert werden. Es besteht aber auch die Gefahr, dass durch die – teils unüberlegte – alltagssprachliche Verwendung psychische Probleme weniger ernst genommen werden.