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Niedrig dosiertes ASS
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Kein Krebsschutz bei Älteren

Niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) schützt ältere Menschen nicht vor Krebs. Das hat ein Zehn-Jahres-Follow-up einer großangelegten Studie gezeigt. Da ASS inzwischen auch nicht mehr zur kardiovaskulären Prävention bei Älteren empfohlen wird, gibt es kaum noch Gründe, den Arzneistoff bei ihnen einzusetzen.
AutorKontaktPZ
Datum 12.02.2026  14:00 Uhr

In hohen Dosen ein Analgetikum und Antipyretikum, in niedriger Dosierung ein Thrombozytenaggregationshemmer und ein Krebsprotektivum – es schien eine Zeit lang, als sei ASS ein echter Tausendsassa. Die Vorteile von ASS insbesondere bei älteren Menschen wurden aber früher offenbar überschätzt.

Eine große Studie, die das gezeigt hat, hieß ASPREE (Aspirin in Reducing Events in the Elderly). In ihr konnte bei der Primärprävention von Herz-Kreislauf-Ereignissen bei Menschen über 70 Jahren kein Vorteil durch 100 mg ASS täglich gezeigt werden. Auch das Krebsrisiko beeinflusste ASS laut der Studie nicht im gewünschten Sinn – im Gegenteil war das Risiko für Krebs in fortgeschritteneren Stadien sogar leicht erhöht.

Nun erschienen im Fachjournal »JAMA Oncology« die Ergebnisse eines Follow-ups der ASPREE-Studie, die an Klarheit nichts zu wünschen übrig lassen: Eine mehrjährige ASS-Therapie bei älteren Patienten einzuleiten, sei mit Blick auf das Krebsrisiko nicht zu empfehlen, schreibt das Autorenteam um Professor Dr. Suzanne G. Orchard von der Monash University in Melbourne, Australien.

Die Untersuchung fand in Australien und den USA statt. Eingeschlossen waren 19.114 gesunde Personen ab 70 Jahren beziehungsweise ab 65 Jahren, sofern es sich um dunkelhäutige Menschen oder Latinos handelte. Sie erhielten über median 8,6 Jahre entweder ASS oder Placebo. Dabei war die Krebsinzidenz in der ASS-Gruppe nicht niedriger als in der Placebogruppe. Das galt für alle Krebsarten und -stadien – auch für Darmkrebs, bei dem zuvor andere Studien teilweise Vorteile durch ASS gezeigt hatten.

Im Gegensatz dazu war im ASPREE-Follow-up sogar eine leichte, aber statistisch signifikante Erhöhung der krebsbedingten Sterblichkeit unter ASS zu verzeichnen. Eine Subgruppenanalyse ergab, dass dieses Risiko nur unter der Therapie mit ASS bestand und nach dem Absetzen wieder verschwand. Ein sogenannter Legacy-Effekt, also eine Wirkung von ASS über die Anwendungsdauer hinaus, lag somit nicht vor. Nichtsdestotrotz untermauern die Ergebnisse, dass ASS in der Medikationsliste von älteren Menschen eigentlich nichts mehr verloren hat.

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