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Von der PTA zur Lehrerin 
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Keine Angst vor dem Scheitern

Clarissa Eulitz beendet demnächst ihre Masterarbeit in Medizinpädagogik an der SRH University in Gera. Die 40-jährige Mutter von drei Kindern brennt für ihren ursprünglichen Beruf PTA und gibt die Begeisterung nun an Schülerinnen und Schüler einer PTA-Schule weiter.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 18.02.2026  08:00 Uhr

PTA-Forum: Wie ist bei Ihnen die Idee gereift, außer PTA auch PTA-Schullehrerin zu werden und dafür Medizinpädagogik zu studieren?

Eulitz: Meine Motivation war der Anspruch an mich selbst. Ich habe jahrelang überlegt, ob ich noch etwas anderes mache und wo ich überhaupt hinwill. Nach einer Ausbildung ist man noch sehr jung und nicht richtig gefestigt, es stehen einem noch so viele Türen offen. Und ich war ein bisschen umtriebig. Dazu hatte ich eine Kollegin, die während meiner Ausbildung auch meine PTA-Lehrerin gewesen ist und mich immer wieder ermuntert hat, dass ich noch etwas anderes machen sollte.

Es hat dann noch eine Weile gedauert, denn man braucht viel Mut. Außerdem ist es auch eine finanzielle Geschichte. Aber ich dachte mir dann, wenn ich es jetzt nicht beginne, mache ich es nie, habe all meinen Mut zusammengenommen und bereue es bis heute nicht. Die Motivation während des Studiums war dann einfach, das durchzuziehen. Und weil es mir Spaß macht und es an der Schule schön ist mit den Schülerinnen und Schülern, hatte ich auch nie den Gedanken, das nicht fertig machen zu wollen. Ich bin jetzt dort, wo ich sein möchte.

PTA-Forum: Hatten Sie auch Unterstützer?

Eulitz: Ich bin selbst meine stärkste Unterstützerin. Das letzte i-Tüpfelchen liegt an einem selbst. Ich habe aber eine Schulleitung, die mich beim Master sehr unterstützt. Das ist eine große Erleichterung, denn ich habe ja auch den Bachelor selbst bezahlt. Da erfahre ich jetzt sehr viel Unterstützung von der Schulleitung. Ich werde freigestellt für die Präsenztage und finanziell unterstützen sie das auch. Da habe ich Glück.

PTA-Forum: Was kostet das Studium?

Eulitz: Der Bachelor hat mich 450 Euro im Monat gekostet, und mein Bachelor war auch länger, als er es mittlerweile ist, er hat acht Semester gedauert. Da kommt finanziell schon ein Kleinwagen zusammen. Und das ist für ein PTA-Gehalt enorm.

PTA-Forum: Wie sorgen Sie dafür, dass Sie immer den Bezug zum Apothekenalltag behalten?

Eulitz: Manchmal gehe ich wie eine Praktikantin in meine alten Apotheken, schaue ein paar Stunden beim Arbeiten zu und bekomme immer wieder ein paar Tipps. Das ist mir wichtig, um einfach up to date zu bleiben. Es passiert vor Ort immer wieder so viel neues, das würde ich dann kaum mehr mitbekommen, dieses Apothekenleben hinter den Kulissen inklusive veränderter Arbeitsstrukturen durch die Digitalisierung. Darüber muss ich als PTA-Lehrerin den Schülern etwas erzählen können, das ich selbst kenne. Sonst ist das zu abstrakt. Ich bringe dann mitunter auch ein paar Fragen aus der Schule mit, die sich für mich so ergeben und manchmal stellen meine Schüler auch tolle Fragen, die trage ich dann in die Apotheke und hole mir dort meine Antworten.

PTA-Forum: Welche Fächer unterrichten Sie?

Eulitz: Momentan darf ich noch nicht jedes Fach unterrichten. Das Schulamt muss das immer genehmigen. Da gab es auch eine Pflichtstunde, zu der das Schulamt kommt und sich das anschaut und man dann eine Genehmigung für dieses Fach bekommt. Aber weil ich den Master noch nicht fertig habe, bin ich noch etwas eingeschränkt. Derzeit unterrichte ich Galenische Übungen. Damit bin ich auch eingestiegen. Das mache ich sehr gerne. Hinzugekommen sind Übungen zur Abgabe und Beratung sowie Drogenkunde und Phytopharmaka.

PTA-Forum: Haben Sie auch ein Pharmaziestudium in Erwägung gezogen?

Eulitz: Ich habe zwar darüber nachgedacht, aber zum einen hat mich der Chemieanteil absolut abgeschreckt und zum anderen muss ich sagen, als Apothekerin ist der Aufgabenbereich anders. Du bist oft eher mit administrativen Themen befasst und eher raus aus dem HV. Und das, was PTA ausmacht und was mich an dem Beruf so begeistert, das sind auch die Kundenkontakte mit der Beratung. Das Aufgabenfeld der Apothekerin ist nicht das, was ich gewollt hätte.

PTA-Forum: Was macht Ihnen am meisten Spaß an dem Beruf?

Eulitz: In meinem Herzen bin ich PTA, ich liebe diesen Beruf, das ist für mich der schönste Ausbildungsberuf, den ich mir vorstellen kann. Am meisten Spaß macht mir deshalb, dass ich junge Leute mit für den Beruf begeistern und auf dem Weg dorthin begleiten kann. Das ist wirklich schön, weil das auch so eine prägende Zeit ist.

PTA-Forum: Vielen Dank für das Gespräch.

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