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STIKO
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Keine Impfempfehlung für »Dengue-naive« Personen

Seit Anfang des Jahres ist der Denguefieber-Impfstoff Qdenga® erhältlich. Nun hat die Ständige Impfkommission (STIKO) sich mit der Impfung befasst.
AutorKontaktPTA-Forum
AutorKontaktPZ
Datum 04.12.2023  16:00 Uhr

Die STIKO empfiehlt die Impfung mit Qdenga einer Mitteilung zufolge für Personen ab 4 Jahre, die in Endemiegebiete mit erhöhtem Ansteckungsrisiko reisen oder außerhalb von Endemiegebieten gezielt mit Dengueviren tätig sind – allerdings nur, wenn in der Vergangenheit bereits eine labordiagnostisch gesicherte Denguevirus-Infektion durchgemacht wurde. Zugelassen ist der attenuierte tetravalente Lebendimpfstoff zur Prävention von Dengue-Fieber bei Personen ab 4 Jahren – unabhängig von einer durchgemachten Infektion.

Wenn es keinen schriftlichen Nachweis einer früheren Infektion gebe, seien anamnestische Angaben ausreichend, so die STIKO. Vor der Impfung den Serostatus zu bestimmen, empfiehlt die Kommission nicht, da eine ausreichend zuverlässige Diagnostik nicht überall verfügbar sei.

Hintergrund des eingegrenzten Personenkreises ist laut STIKO, dass die erste Infektion mit dem Denguevirus meist symptomlos oder mild verläuft, während die Zweitinfektion mit einer schweren Komplikation, dem Dengue-hämorrhagischen Fieber, einhergehen kann. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass eine erste Infektion nach der Impfung bei »Dengue-naiven« Personen ebenfalls mit einem schweren Krankheitsverlauf einhergeht, so die STIKO. Soll die Impfung trotzdem erfolgen, sollten Ärzte ausführlich über den möglichen schweren Verlauf einer folgenden Infektion aufklären.

Eine vollständige Impfserie mit Qdenga besteht aus zwei Impfstoffdosen im Mindestabstand von drei Monaten. Die Impfung kann gleichzeitig mit den Reiseimpfungen gegen Hepatitis A oder Gelbfieber verabreicht werden. Der Lebendimpfstoff darf bei Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz sowie bei Schwangeren und Stillenden nicht angewendet werden. Zum jetzigen Zeitpunkt kann keine Aussage über die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung getroffen werden, da entsprechende Studien noch nicht abgeschlossen sind.

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