| Barbara Döring |
| 27.02.2026 14:00 Uhr |
Durch eine Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft ist das Neugeborene von Anfang an vor der Erkrankung geschützt. / © Adobe Stock/pololia
Keuchhusten ist noch immer eine potenziell tödliche Krankheit, an der jährlich bis zu 300.000 Menschen sterben, vor allem Kleinkinder in Ländern, in denen der Impfstoff nicht immer verfügbar ist. Eine Impfung kann in mehr als 90 Prozent der Fälle eine Erkrankung verhindern.
Dennoch liegt die Impfquote in Deutschland bei nur etwa 50 Prozent. Im Jahr 2024 wurden hierzulande die meisten Keuchhustenfälle seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2013 verzeichnet. Säuglinge erhalten in Deutschland frühestens ab dem zweiten Lebensmonat die erste von drei notwendigen Impfdosen. Erst ab der zweiten Impfung mit etwa vier Monaten verfügen sie über einen ersten eigenen Schutz. Um die Zeit von der Geburt bis dahin zu überbrücken, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Schwangeren eine Impfung.
Das Ungeborene wird dabei über die Plazenta indirekt immunisiert. Wie Forschende der Charité und der Universität Radboud in den Niederlanden im Rahmen einer im Fachjournal »The Lancet Mircobe« veröffentlichten Studie mit 343 schwangeren Frauen aus Gambia zeigen konnten, gelangen die Antikörper nicht nur ins Blut des Kindes. Sie konnten auch in der Nasenschleimhaut des Neugeborenen nachgewiesen werden, genau dort, wo die Erreger eindringen. Dies unterstreicht laut der Forschergruppe die Wirksamkeit der indirekten Impfung in der anfälligsten Lebensphase der Säuglinge.