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Regierungsbildung
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Kommt bald das Honorar-Plus?

Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD ist ein Ergebnispapier bekannt geworden, dass positive Veränderungen für Apotheken verspricht, zum Beispiel die Anhebung des Fixums auf 9,50 Euro. Ob die Vorhaben tatsächlich Eingang in den Koalitionsvertrag finden und umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.
AutorKontaktPZ
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Datum 27.03.2025  16:00 Uhr

Die 8,35 Euro Apothekenfixum könnten bald Geschichte sein, zumindest haben sich Union und SPD laut dem Ergebnispapier der Arbeitsgruppe Gesundheit auf eine Erhöhung geeinigt. Demnach soll das Fixum »einmalig« auf 9,50 Euro steigen, für ländliche Apotheken sogar auf bis zu 11,00 Euro. Zukünftig soll die Vergütung zwischen den Apothekern und dem GKV-Spitzenverband ausgehandelt werden.

Auch Skonti sollen wieder für die Verhandlungen zwischen Großhändlern und Apotheken freigegeben werden. Diese galten seit dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) im Februar 2024 als Rabatte und waren in der Folge nicht mehr zulässig. Viele Großhändler haben daraufhin die Konditionen der Apotheken gekürzt.

Der Apothekerberuf soll laut dem Sondierungspapier weiterentwickelt werden, außerdem Präventionsaufgaben verstärkt und Arzneimittelabgabe und -austausch erleichtert werden.

Weniger Bürokratie und einheitliche Vorgaben

Der überbordenden Bürokratie wollen die Koalitionäre ebenfalls Einhalt gebieten. Binnen sechs Monaten soll ein Bürokratieentlastungsgesetz Abhilfe schaffen. Es soll Dokumentationspflichten und Kontrolldichten »massiv« verringern und damit die Eigenverantwortlichkeit der Gesundheitsberufe betonen.

Die Verordnung und Abrechnung von Heil- und Hilfsmitteln zu Lasten der Krankenkassen soll »wesentlich« vereinfacht werden. Alle Gesetze in dem Bereich würden einem Praxistest unterzogen. Nullretaxationen aus formalen Gründen will die künftige Regierung abschaffen.

Auch auf »gleichlange Spieße« bei Vor-Ort-Apotheken und Versandapotheken einigten sich die Verhandler. Laut dem Papier sollen die Vorgaben, insbesondere bei der Einhaltung von Kühlketten und Nachweispflichten, vereinheitlicht werden.

Um die flächendeckende Versorgung sicherzustellen, sollen auch Rahmenbedingungen und Honorierung für Videosprechstunden, Telemonitoring und Telepharmazie verbessert werden. Die Digitalagentur Gematik soll »zu einer modernen Agentur« weiterentwickelt werden, um Akteure besser zu vernetzen.

ABDA-Präsident begrüßt die Vorhaben

Zu den bekannt gewordenen Ergebnissen der Koalitions-Arbeitsgruppe erklärte ABDA-Präsident Thomas Preis: »Wir begrüßen es, dass die Gesundheitsexpertinnen und -experten von Union und SPD die Apotheken in dem geplanten Koalitionsvertrag als erste Anlaufstelle in der Gesundheitsversorgung anerkennen. Dieser Aufgabe können die Apotheken aber nur gerecht werden, wenn sie nach zwölf Jahren Honorar-Stillstand endlich wirtschaftlich stabilisiert werden.«

Die chronische Unterfinanzierung der Apotheken habe dafür gesorgt, dass in den vergangenen zehn Jahren fast 20 Prozent aller Apotheken verloren gegangenen seien. »Insofern ist es nachvollziehbar, dass die Gesundheitsexpertinnen und -experten einer möglichen schwarz-roten Koalition nun einen ersten Schritt in die richtige Richtung gehen und die Apotheken wirtschaftlich stärken wollen«, betonte er.

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