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Kuhmilch, Weizen, Nüsse
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Lebensmittel-Allergien durch falsche Ernährung?

Manche Menschen reagieren auf bestimmte Lebensmittel mit einer Allergie, die sich als Ausschlag, Atemnot oder sogar mit lebensbedrohlichen Folgen äußern kann. Wie diese entstehen, ist noch nicht vollständig erforscht.
AutorKontaktdpa
Datum 16.06.2020  12:30 Uhr

Allergien bei Babys und Kindern

Fest steht: »Niemand kommt mit einer Allergie auf die Welt«, sagt Nemat. Bei einer Allergie identifiziert das Immunsystem die Proteine von beispielsweise Lebensmitteln als Feind und reagiert heftig auf diese. Dafür reichen auch schon kleinste Mengen. Dass manche Eltern ihren Babys ganz bewusst keine Lebensmittel wie Nüsse, Ei oder Milch geben, die Allergene enthalten, hält Nemat für keine gute Idee. »Das hat leider den gegenteiligen Effekt. Das Immunsystem muss gerade im Babyalter Toleranz erlernen.«

Bei vielen Kindern verschwindet die Lebensmittel-Allergie mit der Zeit. »Das verwächst sich, weil das Immunsystem ausgereift ist und gelernt hat, damit umzugehen«, sagt Zopf. Eine Kuhmilch-Allergie geht nach Angaben von Nemat bei allen Kindern zurück. Bei Hühnereiweiß reagiere die überwiegende Mehrheit nicht mehr allergisch, bei Erdnüssen sei es immerhin jedes fünfte Kind.

Lebensmittel meiden

Erwachsene haben dagegen schlechte Karten: Bei ihnen ist es eher unwahrscheinlich, dass eine Lebensmittel-Allergie wieder weggeht. Die Lebensmittel meiden, auf die man allergisch reagiert und im Notfall die Symptome mit Medikamenten behandeln – mehr können Betroffene zurzeit nicht tun.

Eine Immuntherapie, also eine Hyposensibilisierung wie bei Heuschnupfen, gibt es für Lebensmittel-Allergien in Deutschland bisher nicht. In den USA ist nach Angaben von Nemat seit vergangenem Herbst eine orale Immuntherapie zugelassen, bei der Allergiker Erdnussprotein-Pulver schlucken. In den nächsten Monaten werde dort voraussichtlich auch ein Pflaster getestet, das kleinste Mengen Erdnussprotein an die Haut abgibt.

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