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Diabetes-Risiko senken
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Leichte Ernährungsumstellung genügt

Dass ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von rotem oder verarbeitetem Fleisch und dem Risiko für Typ-2-Diabetes besteht, ist bekannt. Dass jedoch schon eine geringfügige Anpassung in der Ernährung ausreichen kann, das Erkrankungsrisiko zu senken, haben nun Forschende des Finnish Institute for Health and Welfare herausgefunden. Die Ergebnisse ihrer Studie sind im Fachjournal »Scientific Reports« nachzulesen.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 21.04.2023  13:00 Uhr

Ziel der Studie war es, zu untersuchen, ob bereits ein moderater teilweiser Ersatz von rotem Fleisch (100 g Rind, Schwein, Lamm oder Wild pro Woche) oder verarbeitetem Fleisch (50 g Würste oder Aufschnitt pro Woche) durch ähnliche Mengen an pflanzlichen Lebensmitteln – Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Getreide oder eine Kombination davon – das Typ-2-Diabetes-Risiko reduzieren kann. Dazu betrachteten die Forschenden die Daten von über 40.000 Erwachsenen aus fünf finnischen Kohortenstudien. Keiner der Teilnehmenden litt zu Beginn unter Diabetes, während der elfjährigen Nachbeobachtungszeit erkrankten jedoch 1750 Personen aus der Studie an Typ-2-Diabetes.

Die Ergebnisse zeigten, dass eine teilweise Substitution von rotem oder verarbeitetem Fleisch durch Obst und Früchte das Typ-2-Diabetes-Risiko bei Männern statistisch signifikant reduzieren kann. Ähnliches galt für Getreide oder die Kombination pflanzlicher Lebensmittel, nicht jedoch für Hülsenfrüchte oder Gemüse. Die Ergebnisse seien bei Frauen ähnlich, aber statistisch nicht signifikant, so das Forscherteam.

Bei den Männern ließ sich der Erfolg in der Studie sogar noch steigern: Wurde wöchentlich die doppelte Menge an rotem oder verarbeitetem Fleisch ersetzt, reduzierte sich auch das Risiko für Typ-2-Diabetes weiter – besonders, wenn dafür mehr Getreide gegessen wurde. Dadurch konnte das Diabetes-Risikos bei Männern um 6 statt 3 Prozent (rotes Fleisch) beziehungsweise um 3 statt 1 Prozent (verarbeitetes Fleisch) reduziert werden. 

Warum Obst und Getreide?

Dass ausgerechnet bei Obst eine Assoziation mit einem geringeren Diabetes-Risiko besteht, könnte laut Studie an dem Ballaststoff- und Polyphenolgehalt von Früchten liegen. Eine weitere mögliche Erklärung könnte die bessere Gewichtserhaltung aufgrund des hohen Obstkonsums sein, was indirekt die Entwicklung von Diabetes beeinflussen könnte.

Hinsichtlich der Substitution mit Getreide wird vor allem eine hohe Aufnahme von Vollkornprodukten mit einer besseren Insulinsensitivität und niedrigeren Nüchtern-Insulinkonzentrationen in Verbindung gebracht. Grund dafür könnte der hohe Ballaststoffgehalt von Vollkornprodukten sein, wie es in der Studie heißt, aber auch die verschiedenen sekundären Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralstoffe in Vollkornprodukten.

Die Studie zeige, so das Forscherteam, dass kleine und leicht umsetzbare Änderungen hin zu einer nachhaltigeren stärker pflanzenbasierten Ernährung das Diabetes-Risiko verringern können – insbesondere bei Männern.

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