| Isabel Weinert |
| 22.01.2026 10:00 Uhr |
Täglich einmal länger gehen bringt Herz und Kreislauf deutlich mehr als die gleiche Schrittzahl in kleinen Häppchen. / © Adobe Stock/Robert Kneschke
Für die prospektive Kohortenstudie wurden 33.560 Erwachsene der UK Biobank Kohorte anhand der Dauer ihrer täglichen Schrittphasen in Gruppen eingeteilt: Die einen liegen weniger als fünf Minuten am Stück, die nächsten zwischen fünf und zehn Minuten, die dritte Gruppe zwischen zehn und 15 Minuten und die letzte mehr als 15 Minuten. Alle kamen auf durchschnittlich 8000 Schritte pro Tag, eine für Gesundeffekte gute Zahl.
Allerdings war das Resultat tatsächlich nicht unabhängig von der zusammenhängenden Gehdauer. Im Gegenteil: Es zeigte sich ein deutlicher, dosisabhängiger Zusammenhang zwischen längeren, ununterbrochenen Gehphasen und einem geringeren Risiko für die Gesamtsterblichkeit und für Herz-Kreislauf-Ereignisse über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 9,5 Jahren, fasst »Bioengineer.org« die Ergebnisse zusammen.
Menschen, die täglich mindestens 15 Minuten am Stück gingen waren lediglich einem Risiko von unter 1 Prozent für die Gesamtmortalität und von circa 4,4 Prozent für kardiovaskuläre Ereignisse ausgesetzt. Damit waren sie gesundheitlich klar im Vorteil gegenüber denjenigen Teilnehmenden, die nicht mehr als fünf Minuten am Stück gingen. Deren Mortalitätsrisiko lag bei etwa 4,4 Prozent, dasjenige für kardiovaskuläre Ereignisse bei 13 Prozent.
Von besonderer Bedeutung sei das Resultat für Menschen, die täglich im Schnitt weniger als 5000 Schritte zurücklegen. Ihr dadurch erhöhtes Gesundheitsrisiko ließe sich deutlich senken, wenn diese Personen einen längeren Spaziergang anstelle mehrerer kleiner Geheinheiten absolvierten.
Die Forschenden führen den positiven Effekt längerer gegenüber mehreren kürzeren Gehstrecken bei gleicher Schrittzahl darauf zurück, dass längere Gehphasen die systemische Scherkraft an den Arterienwänden erhöhen und so die Bioverfügbarkeit von Stickstoffmonoxid sowie entzündungshemmende Effekte fördern, die vor endothelialer Dysfunktion schützen.