Besonders interessant für eine vegetarische und vegane Ernährung: Mit einem Proteingehalt von etwa 23 bis 25 g/100g Trockengewicht zählen Linsen zu den proteinreichsten pflanzlichen Lebensmitteln. Das enthaltene Eiweiß ist insbesondere reich an der essenziellen Aminosäure Lysin, während Methionin vergleichsweise in geringem Umfang vertreten ist. Durch die Kombination mit Getreide, etwa Reis, lässt sich dieses Aminosäurenprofil sinnvoll ergänzen. So entsteht eine hochwertige Proteinquelle, die der Wertigkeit von tierischem Eiweiß nahekommt. Für vegetarische und vegane Ernährungsformen sind Linsen (und Hülsenfrüchte insgesamt) daher ein zentraler Baustein der Eiweißversorgung. Sie sind aber auch im Rahmen einer flexitarischen Ernährung von großer Bedeutung – vor allem an fleischlosen Tagen.
Aufgrund ihres Nährstoffprofils haben Linsen so einige günstige Effekte: Sie können zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes mellitus Typ 2 beitragen, die Cholesterolwerte positiv beeinflussen und durch ihren Ballaststoffgehalt die Darmgesundheit fördern. Auch bei erhöhtem Proteinbedarf, etwa im höheren Lebensalter, bei sportlich aktiven Menschen oder in Phasen der Regeneration, leisten Linsen einen wertvollen Beitrag zur Nährstoffversorgung.
Doch trotz ihrer gesundheitlichen Vorteile sind Linsen nicht für jede Person uneingeschränkt geeignet. Aufgrund ihres Puringehalts sollten Menschen mit Gicht oder deutlich erhöhten Harnsäurewerten Linsen nur in moderaten Mengen verzehren. Zudem können sie bei empfindlichem Magen-Darm-Trakt, insbesondere bei ungewohnter Zufuhr oder unzureichender Garzeit, Blähungen verursachen. Die Zubereitung mit verdauungsfördernden Gewürzen sowie der schrittweise Einbau in den Speiseplan verbessern in der Regel die Verträglichkeit.