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Phytoöstrogene
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Männlich bleiben trotz Soja

Wer sich vegan oder vegetarisch ernährt, hat mit Sojaprodukten eine gute Eiweißquelle. Doch viele Konsumenten befürchten, die darin enthaltenen Phytoöstrogene könnten die »Männlichkeit rauben«.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 30.04.2024  08:00 Uhr

Aus Soja hergestellte Produkte wie Tofu oder Sojamilch haben einen relativ hohen Gehalt an Isoflavonen, die auch als Phytoöstrogene bezeichnet werden, da sie in ihrer chemischen Struktur dem Estrogen ähnlich sind. Sie können im Körper die Wirkung von Steroidhormonen nachahmen oder hemmen. Dass dadurch die Potenz in Mitleidenschaft gezogen oder etwa das Brustwachstum stimuliert werden könnte, ist nicht abwegig.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt jedoch Entwarnung. So nehmen Menschen in Europa im Durchschnitt weniger als 2 mg Isoflavone auf. Selbst Personen in Südostasien, die Sojaprodukte wie Tempeh oder Miso traditionell in großen Mengen verspeisen und damit durchschnittlich 60 mg der Phytoöstrogene pro Tag aufnehmen, drohe kein Schaden der »Männlichkeit«.

Dagegen können Nahrungsergänzungsmittel mit hochdosierten Isoflavonen gegen Wechseljahresbeschwerden für bestimmte Personen bedenklich sein, zum Beispiel für Frauen, bei denen akut oder in der Vergangenheit Estrogen-abhängige Erkrankungen der Brust oder Gebärmutter diagnostiziert wurden. Auch die Sicherheit einer langfristigen Anwendung isoflavonhaltiger Präparate ist nicht geklärt.

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