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Dranbleiben für positive Effekte
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Meditieren lernen

Ruhig hinsetzen, Augen schließen – und schon stellt sich innere Stille ein? Ganz so einfach ist es oft nicht, sagen zwei Fachleute und erklären, wie der Einstieg in die Meditation gelingt und warum fast jeder profitieren kann.
AutorKontaktdpa
Datum 29.12.2025  14:00 Uhr

Die gute Nachricht vorab: Meditation lässt sich zwar in der Theorie schwer erklären, lernen kann das aber prinzipiell jeder. Man brauche »ein neugieriges Interesse, sich darauf einzulassen«, so Steffen Brandt, der als Psychotherapeut sowie Yoga- und Meditationslehrer tätig ist. Eine spirituelle Prägung sei nicht nötig.

Meditation ist eine Praxis, bei der man seine Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment richtet. Sie hat ihre Wurzeln in religiösen und weltlichen Traditionen verschiedener Kulturen und wird seit Tausenden von Jahren praktiziert. 2024 hat die UN-Generalversammlung den Weltmeditationstag ins Leben gerufen, der am 21. Dezember auf die Bedeutung von Meditation für Gesundheit und Wohlbefinden aufmerksam machen soll.

Viele kennen Meditation in Bewegung – etwa aus dem Yoga. Moderne Achtsamkeitsprogramme sind häufig säkular angelegt. Ein bekanntes Beispiel ist die Stressbewältigung durch Achtsamkeit (Mindfulness-Based Stress Reduction, kurz MBSR). Das achtwöchige Gruppen-Achtsamkeitstraining hat der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn bereits in den 1970er Jahren entwickelt. Es wird etwa angewendet, um besser mit Stress umzugehen, Emotionen zu regulieren und das Wohlbefinden zu steigern.

Martina Aßmann ist Vorstandsvorsitzende im Berufsverband der Achtsamkeitslehrenden in Deutschland (MBSR-MBCT-Verband). Wie sie erklärt, kann Meditation auch einfach bedeuten: im gegenwärtigen Augenblick bleiben und das ganz bewusst zu tun. »Und das kann in Grenzen wirklich jeder lernen«, sagt Aßmann.

Was Meditation leisten kann

Grundsätzlich könne jeder von Meditation profitieren, »weil es im eigentlichen Sinne erst mal eine konzentrative Übung ist«, so der Yoga- und Meditationslehrer Brandt. Man lerne, den Geist immer wieder auf etwas Bestimmtes auszurichten – etwa den Atem oder Körperempfindungen. Das könne »zu mehr Entspannung, Ausgeglichenheit und innerer Ruhe« führen. Studien belegen, dass Achtsamkeit und Meditation Stress reduzieren, die Stressresilienz erhöhen und sich positiv auf Stimmung, Depressionen und Angststörungen auswirken können.

Achtsamkeitstrainerin Martina Aßmann beschreibt die Wirkung von Achtsamkeit und Meditation so: »Die gute Nachricht ist: Wir kriegen mehr mit. Die schlechte Nachricht ist: Wir kriegen mehr mit.« Essen schmecke intensiver, man spüre die Luft auf der Haut, Freude und Verbundenheit deutlicher. »Wir kriegen aber auch mit, dass wir mal doofe Gedanken haben, dass wir Angst haben an Stellen, wo wir dachten: ›Ach, das schaffe ich doch locker‹«, so Aßmann.

Im Verständnis der MBSR-Lehrenden in Deutschland geht es bei der Meditation aber darum, sich selbst besser kennenzulernen. Das beginne bei Körperempfindungen und reiche bis zu den eigenen Gefühlen und Gedanken.

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