| Isabel Weinert |
| 11.02.2026 14:00 Uhr |
Besonders bei Menschen mit chronischer Atemwegserkrankung muss der Einsatz von PPI gut überlegt sein. / © Adobe Stock/Antonioguillem
Die »Ärzte Zeitung« berichtet von einer belgischen Kohortenstudie, in der Forschende um Valerie Dehondt von der Universität Gent den Zusammenhang zwischen andauernder PPI-Einnahme und Verschlimmerungen chronisch obstruktiver Atemwegserkrankungen (COAD) untersuchten. Das Forschungsteam analysierte aus nationalen belgischen Abrechnungsdaten erwachsener Personen im Zeitraum von 2017 bis 2022 diejenigen Menschen, denen mindestens zweimal PPI verordnet wurden. Dabei teilten sie die Untersuchten in vier Gruppen, je nachdem, wie viel PPI sie täglich eingenommen hatten.
Nicht nur der Unterschied zwischen Menschen, die keine PPI einnahmen und solchen, die PPI einnahmen im Hinblick auf die Asthma- und COPD-Exazerbationen war erheblich (49,3 pro 100 Personenjahre gegenüber 77,7 pro 100 Personenjahre), sondern das Risiko für die Verschlechterung einer COPD nahm auch klar mit der Dosierung zu: je höher, desto mehr Exazerbationen. Ebenso spielte die Dauer der Einnahme eine wichtige Rolle.
Mögliche Ursachen für diesen Zusammenhang sehen Forschende in einer Dysbiose der Darmflora, weil sich durch die höheren Magen-pH-Werte leichter (potenziell) krankmachende Keime ansiedeln können; zudem in dem Umstand, dass durch PPI leichter saurer/bakterienhaltiger Mageninhalt in die Atemwege gelangen kann. Das kann Lungenentzündungen verursachen, die wiederum die Atemwegserkrankung verschlechtern. Weiterhin könnten PPI auch direkt in der Lunge die Durchlässigkeit der Blutgefäße verändern und die Funktion des Endothels beeinträchtigen.
PTA können Anwendern von PPI, die auch Asthma und/oder COPD haben, raten, genau mit dem Arzt über die nötige Dosierung und die Dauer der PPI-Einnahme zu sprechen und immer wieder prüfen zu lassen, ob sie diese Medikamente tatsächlich noch brauchen. Zudem müssen Patienten wissen, dass sie PPI nicht abrupt absetzen dürfen, weil der Reboundeffekt dann für einen Überschuss an Magensäure und so für ein Aufflammen der Symptome sorgt.