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Faire Bezahlung sichern
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Mehr Fixum, mehr Gehalt

Der bundesweite Protesttag der Apotheken am 23. März hat die wirtschaftliche Lage der Vor-Ort-Apotheken erneut ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Im Mittelpunkt stand die Forderung nach einer Erhöhung des Fixums, wie sie im Koalitionsvertrag angekündigt ist. Für die Apothekengewerkschaft Adexa steht fest: Mehr Geld allein reicht nicht aus – entscheidend ist, dass zusätzliche Mittel auch tatsächlich bei den Beschäftigten ankommen.
AutorKontaktMartina Schiffter-Weinle/Adexa
Datum 26.03.2026  08:00 Uhr

Die Situation in öffentlichen Apotheken ist angespannt: Steigende Anforderungen, zunehmender Fachkräftemangel und gleichzeitig Gehälter, die mit der wirtschaftlichen Entwicklung kaum Schritt halten. Die Tarifsteigerungen der letzten Jahre haben die Reallohnverluste durch Inflation nur teilweise ausgeglichen.

Gerade für PTA ist das besonders spürbar: Trotz qualifizierter Ausbildung bewegen sich die Einkommen teilweise in Bereichen, die kaum über dem Mindestlohn liegen. Gleichzeitig wird es für viele Apotheken – insbesondere im ländlichen Raum – immer schwieriger, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Die Folge: offene Stellen, steigende Belastung für das vorhandene Team und eine sinkende Attraktivität des Berufs.

Die Idee: 80 Cent pro Rx-Packung für Personal

Um hier gegenzusteuern, fordert Adexa eine gesetzlich verankerte, dynamische Personalumlage von zunächst 80 Cent pro abgegebener Rx-Packung als Bestandteil des Fixums. Die Mittel sollen künftig zweckgebunden in bessere Gehälter und Ausbildungsvergütungen fließen – und damit sicherstellen, dass zusätzliche Einnahmen tatsächlich bei den Beschäftigten ankommen. Apotheken sollen die Umlage nur erhalten, wenn sie tarifgebunden sind oder mindestens auf Tarifniveau bezahlen.

Für PTA hätte eine solche Personalumlage spürbare Auswirkungen:

  • Bessere und planbare Gehaltsentwicklung, auch im Hinblick auf die Inflation.
  • Attraktivere Ausbildungsvergütungen, die mehr Nachwuchs in den Beruf bringen können.
  • Mehr Personal im Team, was die Arbeitsbelastung reduziert.
  • Stärkung der Tarifbindung, die langfristig für faire Arbeitsbedingungen sorgt.

Da derzeit rund 90 Prozent der Apotheken tarifgebunden sind, würde ein Großteil der Beschäftigten direkt profitieren.

Warum eine reine Fixumserhöhung nicht ausreicht

Eine bloße Erhöhung des Fixums ohne Zweckbindung birgt das Risiko, dass zusätzliche Einnahmen nicht zwingend in bessere Gehälter fließen. Angesichts wirtschaftlicher Zwänge könnte ein Teil der Mittel auch zur Stabilisierung der Betriebe verwendet werden – verständlich aus unternehmerischer Sicht, aber ohne direkten Effekt für die Beschäftigten. Die Personalumlage setzt genau hier an: Sie schafft einen klar definierten finanziellen Spielraum, der ausschließlich für Personal eingesetzt werden darf. Damit könnten notwendige Tarifsteigerungen kurzfristig umgesetzt werden.

Für PTA geht es bei der Personalumlage nicht nur um kurzfristige Gehaltsverbesserungen. Sie ist ein wichtiger Hebel, um den Beruf insgesamt attraktiver zu machen und langfristig genügend qualifiziertes Personal für die Arzneimittelversorgung zu sichern. Denn eines ist klar: Ohne angemessene Bezahlung wird sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen – mit direkten Folgen für Arbeitsbedingungen und Versorgungsqualität.

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