Eine Meningitis kann sehr schnell verlaufen. Beim ersten Verdacht muss daher unmittelbar mit Antibiotika behandelt werden. / © Adobe Stock/Tunatura
Nach zwei Meningitis-Todesfällen werden in der Grafschaft Kent in Südengland vorsorglich Hunderte Menschen mit Antibiotika behandelt. Vor den Ausgabestellen bildeten sich lange Schlangen. Wie viele Menschen insgesamt vorsorglich gegen die Bakterien wirkende Mittel erhalten sollten, blieb zunächst unklar.
In den vergangenen Tagen waren ein Schüler und ein Student aus Canterbury gestorben, weitere Erkrankte sind im Krankenhaus in Behandlung. Verursacht wurden die Fälle von Meningokokken der Untergruppe B, wie nach Angaben der Nachrichtenagentur PA bestätigt wurde. Das sind Bakterien, die schwere Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) auslösen können.
Die Erkrankung kann sehr schnell verlaufen. Bereits bei begründetem klinischem Verdacht auf eine solche Meningokokken-Erkrankung soll darum gemäß Meningitis-Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umgehend mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden – noch vor Erregernachweis und Resistenzbestimmung.
Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die ersten Anzeichen einer Infektion sind oft grippeähnlich. Zu den typischen Anzeichen einer Meningitis zählen:
Bei schwerem Verlauf kann es zu septischem Schock, Organversagen und Hirnschäden kommen. Die Todesfallrate betrage 7 bis 15 Prozent, viele Überlebende litten an schweren Langzeitfolgen, heißt es beim Robert-Koch-Institut (RKI).
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt erst seit 2024 standardmäßig eine Impfung gegen Meningokokken der Untergruppe B für alle Säuglinge ab zwei Monaten. Der entsprechende Impfstoff Bexsero® kam im Dezember 2013 auf den Markt. Ältere Kinder dürften dementsprechend ungeimpft sein.