PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Beratung kompakt
-
Migräne in der Selbstmedikation

Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen und stellt Betroffene vor große Herausforderungen. PTA sind oft erste Ansprechpartner in der Apotheke und können mit ihrer Beratung dazu beitragen, dass Betroffenen adäquat geholfen werden kann.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 13.01.2026  16:00 Uhr

Symptome

  • heftige, häufig einseitige, pulsierend-pochende Kopfschmerzen
  • verschlimmert sich bei Bewegung
  • teilweise begleitet von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu, Lärmempfindlichkeit und
  • Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen
  • Visuelle Erscheinungen (Aura), sensomotorische oder Sprachstörungen können dem Schmerz vorausgehen.

Schmerzmittel

  • so früh wie möglich in der Kopfschmerzphase einnehmen
  • in der Selbstmedikation möglich: Acetylsalicylsäure (ASS) 1000 mg (wie Aspirin®), Ibuprofen 200 bis 400 mg (wie Dolormin®), Phenazon 500 bis 1000 mg (wie Migräne-Kranit®)
  • Kombinationen aus ASS 250 mg/265mg, Paracetamol 200 mg/265mg und Koffein 50mg/65mg (wie Thomapyrin® oder Neuralgin® PAC): je zwei Tabletten als Einzeldosis; zeigen etwas höhere Wirksamkeit, aber auch ein leicht erhöhtes Risiko für medikamenteninduzierten Kopfschmerz.
  • Paracetamol wirkt bei Migräne meist schlechter, kann bei Unverträglichkeit von NSAR zum Einsatz kommen.
  • Gelöste Wirkstoffe, etwa als Brausetablette oder Granulat, wirken schneller.

Triptane in der Selbstmedikation

  • Substanzen mit bester Wirksamkeit in der Migräneattacke
  • bei fehlendem Ansprechen auf Schmerzmittel
  • Voraussetzung: ärztlich bestätigte Diagnose
  • nicht bei schweren Herz- oder Gefäßerkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit
  • nicht bei Patienten unter 18 oder über 65 Jahren
  • so früh wie möglich einnehmen, bei Migräne mit Aura jedoch erst nach der Auraphase mit Beginn des Kopfschmerzes
  • Bei Nichtansprechen oder Nebenwirkungen auf ein Triptan sollte ein anderes Triptan versucht werden.

Triptane – schnell oder lang anhaltend

  • Rizatriptan 5 mg (wie Rizatriptan Heumann): schneller Wirkungseintritt (30 Minuten)
  • Sumatripan 50 mg (wie Sumatriptan-ratiopharm®) und Amlotriptan 12,5 mg (wie Dolortriptan® bei Migräne): mittelschneller Wirkeintritt (45–60 Minuten) und länger anhaltende Wirkung
  • Naratriptan 2,5 mg (wie Formigran®): langsamer Wirkeintritt (bis zu vier Stunden) mit lang anhaltender Wirkdauer

Was sind Wiederkehr-Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen, die erneut auftreten, nachdem durch ein Medikament Schmerzfreiheit oder eine deutliche Besserung für 2 bis 24 Stunden erreicht wurde. Eine erneute Einnahme eines Triptans – eventuell auch eines länger wirksamen – nach mindestens zwei beziehungsweise vier Stunden (Naratriptan) Abstand zur ersten Einnahme möglich. Insgesamt dürfen nicht mehr als zwei Tabletten innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden.

Medikamenten-induzierter Kopfschmerz

  • Regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann Kopfschmerzen verursachen.
  • Analgetika nicht öfter als 15 Tage, Kombinationsanalgetika sowie Triptane nicht öfter als 10 Tage pro Monat einnehmen.
  • Bei regelmäßigem Einsatz von Schmerzmitteln sollten Patienten in Rücksprache mit ihrem Arzt eine Migräneprophylaxe in Betracht ziehen.

Nicht medikamentös vorbeugen

  • persönliche Trigger kennen und meiden
  • Ausdauersport
  • Entspannungsübungen, Methoden zur Stressbewältigung
  • regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten
  • Tägliche Einnahme von 500 bis 600 mg Magnesium kann Stärke und Länge von Attacken verringern; Problem: Einnahme hoher Dosen von Magnesium kann zu Blähungen und Durchfall führen.
TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa