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Mpox weiterhin gefährlich

Die WHO hat wegen der Mpox-Ausbrüche in zahlreichen Ländern eine internationale Notlage ausgerufen. Jetzt sind die Fälle um 90 Prozent zurückgegangen, Entwarnung gibt es von der WHO aber nicht.
AutorKontaktdpa
Datum 04.01.2023  14:00 Uhr

Wachsam bleiben

»Die Herausforderung wird sein, dass Länder die Überwachung und die Laborkapazitäten aufrechterhalten, obwohl es so aussieht, als sei das Problem vom Tisch«, sagt Lewis. Es sei zwar bekannt, wie neue Ausbrüche gestoppt werden können: Durch Isolation der Infizierten, Beobachtung ihrer Kontakte und Impfungen. Das funktioniere aber nur, wenn Fälle früh erkannt werden, weltweit. Die WHO-Europaregion hat sich zwar zum Ziel gesetzt hat, die von Menschen übertragenen Mpox auszurotten – die Ständige Impfkommission (STIKO) in Berlin bezweifelt aber, dass das außerhalb von Afrika noch möglich ist.

Lewis fordert deshalb: »An der klinischen Front muss das Bewusstsein für mögliche Mpox-Fälle erhöht werden.« Bei Menschen mit Fieber und Ausschlag müssten neben Masern, Windpocken, Krätze, Syphilis oder Herpes immer auch Mpox in Betracht gezogen werden. Kliniken, die auf HIV und sexuell übertragbare Krankheiten spezialisiert sind, sollten routinemäßig auf Mpox testen.

Ungleichheit alarmiert WHO

Es gibt drei Impfstoffe, die das Risiko einer Ansteckung um mindestens 78 Prozent reduzieren, wie Lewis sagt. Die STIKO in Berlin appelliert an gefährdete Gruppen, nach der ersten Impfdosis auch die für einen langfristigen Schutz nötige Zweitimpfung wahrzunehmen.

Nach anfänglichem Mangel gebe es inzwischen ausreichend Impfstoff. Das große Problem: Das stimmt zwar für Deutschland und andere reichere Länder, nicht aber für den Rest der Welt. Die große Ungleichheit alarmiert die WHO. Die Krankheit sei zwar in Europa, Nordamerika und mit Abstrichen Südamerika weitgehend unter Kontrolle, nicht aber in Afrika, sagt Lewis. Weil die Krankheit bislang nur mit einem PCR-Test nachgewiesen werden kann, der dort vielerorts nicht zur Verfügung steht, blieben dort viele Fälle unerkannt. Besonders betroffen sind nach Angaben der Afrikanischen Union Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und Ghana. Wo das Virus unkontrolliert zirkuliert, kann es mutieren und deutlich ansteckendere Varianten hervorbringen.

Deshalb fordert Lewis mehr Investitionen: um den Ursprung des Virus in der Tierwelt Afrikas zu finden, um die Übertragungswege auf den Menschen zu erforschen und um Schnelltests und mehr Impfstoffe zu entwickeln. »Wir brauchen effektive Impfstoffe zu einem guten Preis, die überall zur Verfügung stehen«, sagt Lewis. »Wir müssen uns fragen: wollen wir das jetzt ein für alle Male unter Kontrolle bringen oder wollen wir uns Jahrzehnte damit herumschlagen?«

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