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Demenz
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Musik weckt Emotionen und Erinnerungen

Mehr als 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind an Demenz erkrankt. Wenn die Erinnerungen verblassen, kann Musik wie Balsam für Betroffene sein. Darauf setzt zum Beispiel die Robert-Schumann-Philharmonie in Chemnitz.
AutorKontaktdpa
Datum 31.03.2026  16:00 Uhr
Musik weckt Emotionen und Erinnerungen

Wenn die Streicher der Robert-Schumann-Philharmonie am Freitagnachmittag aufspielen, setzen sie auf bekannte Melodien: Mozarts kleine Nachtmusik etwa oder Lieder wie »Alle Vögel sind schon da«. Anders als in einem herkömmlichen Konzert ist Mitsingen und Mitsummen bei den Liedern ausdrücklich erwünscht. Denn das Sonderkonzert richtet sich speziell an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. In lockerer Atmosphäre sollen sie dem Alltag entfliehen. Dazu wird auch Kaffee und Kuchen gereicht.

Mit solchen Konzertformaten hat der Chemnitzer Generalmusikdirektor Benjamin Reiners Erfahrung aus seiner früheren Arbeit in Kiel. Dabei gab es für ihn oft Gänsehaut-Momente, wie er erzählt. Etwa als sich ein Paar im Konzert liebevoll an die Hand nahm. »Da war auf einmal wieder große Nähe und Verbundenheit zwischen ihnen zu spüren.« Berührend seien die Konzerte sowohl für die Betroffenen und ihre Angehörigen, als auch für die Musiker. »Es sind besondere Momente, zu sehen, was Musik auslösen kann, wie Erinnerungen und Persönlichkeit wiederkommen.« Dabei zeige sich eindrucksvoll die Kraft der Musik und wie unmittelbar sie Menschen erreiche.

Geistige Fähigkeiten nehmen ab

In Deutschland leben laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft mehr als 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter. Weil die Gesellschaft älter wird, nimmt auch der Anteil von Menschen mit Demenz zu. In Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ist er den Angaben zufolge bundesweit am höchsten.

Eine Demenzerkrankung beginnt schleichend und verändert das Leben von Betroffenen und ihren Angehörigen enorm. Dabei nehmen die geistigen Fähigkeiten ab: Erkrankte haben Probleme, sich zu orientieren, Gesprächen zu folgen, das Überführen von Inhalten aus dem Kurz- in das Langzeitgedächtnis ist gestört; es kommt zu Verhaltens- und Stimmungsänderungen und sie ziehen sich von sozialen Aktivitäten zurück.

Die Ursache seien Abbauprozesse in verschiedenen Hirnarealen, erklärt Mirko Wegscheider, Oberarzt an der Klinik für Neurologie am Klinikum Chemnitz. Die Alzheimer-Krankheit als häufigste Form der Demenz betreffe in den frühen Stadien andere Bereiche des Gehirns als das »Musikgedächtnis«. Vor allem aktives Musizieren wie Singen und das Spielen eines Instruments, aber auch passives Musikhören stimulierten motorische, sprachliche und emotionale Areale im Gehirn. Dadurch könnten auch bei einer Demenz vereinzelt neue Verknüpfungen im Gehirn hergestellt oder bestehende Netzwerkverbindungen verstärkt werden, so der Experte.

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