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SARS-CoV-2
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Nasales Neomycin verspricht Schutz vor Infektionen

In einer von Professor Theo Dingermann in der »Pharmazeutischen Zeitung« zitierten Studie von Dr. Tianyang Mao, Dr. Jooyoung Kim und Mario A. Peña-Hernández, Yale University School of Medicine in New Haven, reduzierte die nasale Verabreichung von Neomycin bei Mäusen einen Tag vor einer gezielten Infektion mit SARS-CoV-2 die Viruslast und die Krankheitslast deutlich.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 02.05.2024  16:00 Uhr

Selbst wenn die Mäuse bereits mit SARS-CoV-2 infiziert waren, führte die intranasale Neomycin-Gabe vier Stunden nach der Infektion dosisabhängig zu einer Verringerung der Viruslast und zu einer erhöhten Überlebensrate, so Dingermann. Zudem seien Mäuse durch die Behandlung vor einer Infektion mit hochvirulenten Influenza-A-Viren geschützt. Auch Hamster seien mittels Neomycin weitgehend vor einer SARS-CoV-2-Infektion geschützt. Steckten sie sich dennoch an, wiesen sie eine deutlich verringerte Viruslast auf.

Ob dieser Effekt auch beim Menschen auftritt, testeten die Forschenden in einer kleinen randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit gesunden Freiwilligen, schreibt Dingermann. Diese applizierten sich zweimal täglich entweder die rezeptfreie Neomycin-haltige Nasensalbe Neosporin® (n=12) oder Vaseline als Placebo (n=7) in die Nase. Anders als bei den Probanden aus der Placebogruppe habe sich bei mehr als der Hälfte der Probanden der Verumgruppe eine robuste antivirale Genexpression im Nasenepitel gezeigt. »Es ist ein aufregendes Ergebnis, dass eine billige, frei verkäufliche antibiotische Salbe den menschlichen Körper dazu anregen kann, eine antivirale Reaktion zu aktivieren«, zitiert Dingermann Studienautor Iwasaki aus einer Pressemitteilung der Yale University.

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