| Sven Siebenand |
| 22.01.2026 12:00 Uhr |
Patienten erhalten den neuen Wirkstoff Toripalimab alle drei Wochen als intravenöse Infusion. / © Adobe Stock/BSIP
Der Wirkmechanismus von Toripalimab ist nicht neu. Der Antikörper dockt wie einige andere Wirkstoffe auch an den PD-1-Rezeptor an. Das ist ein inhibitorischer Immuncheckpoint, der an der Steuerung der T-Zell-Immunreaktion beteiligt ist. Binden die Rezeptorliganden PD-L1 und PD-L2 an den Rezeptor, werden aktivierte T-Zellen herunterreguliert. Das soll den Körper vor überschießenden Immunreaktionen schützen.
Wenn aber Krebszellen sich diesen Mechanismus zunutze machen und PD-L1 und PD-L2 vermehrt bilden, dann können sie dem Angriff des Immunsystems entkommen. Durch die Bindung von Toripalimab an den PD-1-Rezeptor auf T-Zellen wird diese Interaktion unterbunden, was eine Aufrechterhaltung der T-Zell-Proliferation und Zytokinsekretion in der Mikroumgebung des Tumors sicherstellt und damit eine aktive Antitumorreaktion.
Zugelassen ist Toripalimab in Kombination mit den Wirkstoffen Cisplatin und Gemcitabin für die Erstlinienbehandlung erwachsener Patienten mit rezidivierendem, nicht operativ oder strahlentherapeutisch behandelbarem oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom. Zudem darf der Antikörper in Kombination mit Cisplatin und Paclitaxel für die Erstlinienbehandlung erwachsener Patienten mit inoperablem, fortgeschrittenem, rezidivierendem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre verwendet werden.
Toripalimab wird einmal alle drei Wochen als intravenöse Infusion in einer Dosierung von 240 mg gegeben. Diese dauert bei der ersten Dosis 60 Minuten und – wenn das Arzneimittel gut vertragen wird – 30 Minuten bei nachfolgenden Gaben. Die Behandlung sollte bis zu 24 Monate fortgesetzt werden. Der Arzt kann Dosen hinauszögern, wenn bestimmte Nebenwirkungen auftreten, oder die Behandlung ganz beenden, wenn bestimmte schwere Nebenwirkungen auftreten oder wenn sich die Erkrankung verschlimmert.
Die häufigsten Nebenwirkungen in Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie sind:
Die Fachinformation klärt in speziellen Warnhinweisen auch über mögliche immunvermittelte unerwünschte Wirkungen auf.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Toripalimab und für mindestens vier Monate nach der letzten Toripalimab-Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Der Antikörper sollte nicht während der Schwangerschaft oder bei Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, die keine zuverlässige Empfängnisverhütung anwenden, es sei denn, der klinische Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko. Bei Stillenden ist eine Entscheidung darüber zu treffen, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Toripalimab verzichtet werden soll. Loqtorzi ist im Kühlschrank bei 2 bis 8° C zu lagern.