Leider kann nicht jede Depression mit den heute verfügbaren Medikamenten gelindert oder geheilt werden. / © Getty Images/Westend61/Rainer Berg
Ein Forschungsteam der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg hat einen vielversprechenden neuen Mechanismus entdeckt, der die Entwicklung schnell wirksamer Antidepressiva ermöglichen könnte. Im Zentrum der am 26. November 2025 in der Fachzeitschrift »Nature Communications« veröffentlichten Studie steht der Wirkstoff NAB-14. Wie die Forscherinnen und Forscher zeigen konnten, blockiert dieser deutlich gezielter als Ketamin einen bestimmten Rezeptor im Gehirn, der an der Weiterleitung von Nervensignalen beteiligt ist und als möglicher Schlüsselfaktor bei Depressionen gilt. Anders als bei Ketamin treten aber keine rauschartigen Nebenwirkungen auf. Die Ergebnisse könnten den Weg zu gezielteren und besser verträglichen Behandlungsoptionen für Menschen mit Depressionen ebnen.
»In tierexperimentellen Untersuchungen hat der Wirkstoff NAB-14 eine schnelle antidepressive Wirkung gezeigt, die bis zu zwei Tage anhielt. Das ist ein vielversprechender Ansatz für Patientinnen und Patienten, bei denen herkömmliche Therapien bislang nicht ausreichend geholfen haben«, sagt Studienleiter Professor Dr. Claus Normann, Sektionsleiter in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Aktuell bereiten die Forschenden die Anwendung von NAB-14 beim Menschen vor.