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Lichen sclerosus
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Nicht alles, was untenherum juckt, ist ein Pilz

Wenn die Haut am Genital- oder Analbereich entzündet ist, denken Betroffene und Ärzte oft an eine Pilzerkrankung. Eine mögliche Ursache ist aber auch die Hauterkrankung Lichen sclerosus. Sie ist nicht heilbar, jedoch mit der richtigen Pflege und Medikamenten gut zu behandeln.
AutorKontaktBarbara Erbe
Datum 15.09.2020  08:30 Uhr

Stoßtherapie, Ausschleichen und Pflege

Gemäß der ärztlichen Leitlinie hat sich eine Behandlung, sowohl bei weiblichen als auch männlichen Patienten jeden Alters in drei Stufen bewährt. Zunächst wird über zwölf Wochen jeden Abend ein Glucocorticoid der Wirkstoffklasse IV oder III, das heißt ein starkes oder sehr starkes Glucocorticoid wie Clobetasol, als Salbe dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Das sei auch in Schwangerschaft und Stillzeit möglich, betont Mendling. »Eine regelmäßige und lebenslange Kontrolle, anfangs nach drei, später alle sechs bis zwölf Monate mit ärztlichem Feedback ist ganz wichtig.«

Seife sollte zur Reinigung des Intimbereichs möglichst nicht verwendet werden, sondern besser klares Wasser. Dazu kommt als Basispflege zweimal täglich Fettsalbe, »zum Beispiel Vagisan Schutzsalbe oder Cobagin® Salbe – und zwar nicht nur während der Behandlung, sondern immer«. Denn die Haut der Vulva sei durch den Lichen sclerosus sehr empfindlich. Das erfordere eine regelmäßige Pflege mit rückfettenden Substanzen in Form von Salben, Ölen, Vaseline oder Melkfett. Wichtig sei, dass sie keine Duftstoffe enthalten, betont der Gynäkologe, denn diese könnten zu Allergien oder weiteren Reizungen der Haut führen.

Im Anschluss an diese Stoßtherapie beginnt die Erhaltungstherapie, also der allmähliche Übergang vom täglichen zum wöchentlichen Behandeln mit Glucocorticoide oder auch sogenannten Calcineurininhibitoren, die Dermatologen gern zur Primärtherapie anwenden. Sie sind jedoch deutlich schwächer wirksam und für diese Indikation offiziell nicht zugelassen beziehungsweise nicht in der europäischen Leitlinie empfohlen. Ebenso wie die Stoßtherapie sollte auch die Erhaltungstherapie unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. »Im Einzelfall ist bei einem neuen Schub unter Erhaltungstherapie eine neue Stoßtherapie nötig«, berichtet Mendling. Insgesamt sei die Therapie aber sehr erfolgversprechend.

Eine alternative Behandlungsmethode sind regenerative Lasertherapien, die seit einigen Jahren zur Behandlung von Lichen sclerosus eingesetzt werden. Sie können dabei helfen, das Bild und die Elastizität der Haut zu verbessern, also beispielsweise Risse zu vermeiden, Verhornungen zu entfernen und Entzündungen zu beruhigen, wenn die Behandlung mit Salben nicht greift. Anders als die herkömmliche Therapie muss die Behandlung mit Laser aber in der Regel privat bezahlt werden und ersetzt nicht die leitliniengerechte Behandlung mit Clobetasol.

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