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Antibiotika-Säfte
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Notmaßnahmen gegen Medikamentenmangel für Kinder

Die Bundesländer ergreifen inzwischen Notmaßnahmen gegen den Medikamentenmangel für Kinder. Möglich ist das, weil das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) am 25. April offiziell einen Versorgungsmangel mit antibiotikahaltigen Säften für Kinder bekannt gemacht hatte. Ein Gesetz soll das Problem zwar längerfristig lösen. Daran gibt es aber Zweifel.
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 03.05.2023  16:30 Uhr

Apotheken kontrollieren Einfuhren

Die Verwendung von eigentlich nicht in Europa zugelassenen Antibiotika beeinträchtigt laut Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nicht die Arzneimittelsicherheit. Die Amtsapotheken vor Ort genehmigten und kontrollierten diese Einfuhren, versicherte Laumann am heutigen Mittwoch in einer Aktuellen Stunde des Düsseldorfer Landtags zum Mangel an Arzneien für Kinder. Bei Großimporteuren überprüften die Bezirksregierungen, auch anhand von Proben, ob die Medikamente in Ordnung seien und wie sie hergestellt wurden.

Er müsse allerdings die Erwartung dämpfen, dass mit den gelockerten Einfuhrregeln alle Probleme gelöst würden. »Wir haben es bei Antibiotika mit einem weltweiten Mangel zu tun«, sagte der Minister. Das betreffe auch die Grundsubstanzen, aus denen Apotheker Säfte herstellen könnten. Daher seien die Mengen, die über die befristete Abweichung vom Arzneimittelgesetz zu besorgen seien, beschränkt. Auch die im geplanten Bundesgesetz zur Arzneimittelversorgung geplanten Mechanismen könnten erst mittelfristig wirken, sagte Laumann.

»Wir müssen mehr auf die Sicherheit unserer Lieferketten achten.« Wenn die Arzneimittelproduktion aus Ländern wie China und Indien zurück nach Europa geholt werden solle, müsse dafür aber auch mehr Geld in die Hand genommen werden, so der CDU-Politiker. Das werde höhere Krankenkassenbeiträge nach sich ziehen. Zur Wahrheit gehöre zudem, dass entscheidende Standortfaktoren – wie etwa lockerere Auflagen in der Pharmaforschung oder beim Abwasserschutz, die den jetzigen Herstellerländern zugute kämen – in den Jahren, in denen die Arzneimittelversorgung preisgünstig und sicher gewesen sei, ignoriert worden seien.

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