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Analyse
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Nur wenig THC im Hanftee

Kann ein Tee aus Nutzhanf einen Rausch verursachen? Schließlich ist in den Blättern und Blüten das Cannabinoid Δ9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat nachgemessen, wieviel von der berauschenden Substanz in den Aufguss übergeht.
AutorKontaktPZ
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Datum 04.08.2023  12:00 Uhr

Produkte mit Hanf liegen im Trend: Von Hanfbier über -limonade bis -shampoo ist vieles zu erhalten. Auch Hanftee, der oftmals aus Blättern und Blüten von Nutzhanf besteht, ist legal erhältlich. Unter der Bezeichnung Nutzhanf sind alle Sorten von Cannabis sativa zusammengefasst, die zur kommerziellen Nutzung, aber nicht zur Herstellung von Drogen oder als Arzneimittel genutzt werden. In den Pflanzen sind geringe Mengen an Cannabinoiden enthalten – der THC-Gehalt muss unter 0,2 Prozent liegen. Vor allem das Cannabinoid Δ9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) ist gesundheitlich relevant, da es psychoaktiv wirkt.

Wie wahrscheinlich ist es also, dass Verbraucher nach dem Genuss in anderen Sphären schweben? Forscher des BfR haben anhand von 23 Hanfteesorten ermittelt, dass durchschnittlich nur 0,5 Prozent THC im Aufguss landet. Andere Substanzen hatten höhere Transferraten: So gingen von Cannabidivarinisäure (CBDVA) 68 Prozent und von Tetrahydrocannabivarinisäure (THCVA) 43 Prozent in Lösung. Beide Substanzen sind nicht psychoaktiv. Insgesamt lag die Extraktionsrate für alle Cannabinoide bei etwa 20 Prozent, berichtet das Team.

Für ihre Untersuchung stellte das BfR-Team für jeden Hanftee einen Aufguss nach einem genormten Protokoll des Deutschen Instituts für Normung (DIN) mit fünf Minuten Ziehzeit her und ermittelten für diesen die Cannabinoidgehalte. Anschließend schätzten die Forschenden den Übertritt der Substanzen durch Vergleich der Gehalte im Trockenmaterial mit den Konzentrationen im wässrigen Aufguss ab. Der Publikation zufolge führte »die begrenzte Wasserlöslichkeit der Cannabinoide zu einer begrenzten Extraktionseffizienz« bei der Zubereitung eines Teeaufgusses mit kochendem Wasser.

Die Referenzdosis liegt für Δ9-THC bei 1 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Eine 60 Kilogramm schwere Person müsste demnach im Durchschnitt täglich 14 Liter Hanftee trinken, damit es gesundheitlich bedenklich wird. Bei dem Hanftee mit dem höchsten THC-Gehalt wären allerdings schon 0,9 Liter ausreichend, um die Referenz-Dosis zu überschreiten.

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