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Neue Bewertung
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Nutri-Score für Getränke wird strenger

Die Nutri-Score-Kategorie »Getränke« soll noch aussagekräftiger werden. Das hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mitgeteilt. In Kraft treten soll die neue Bewertung am 31. Dezember 2023.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 08.05.2023  10:00 Uhr

Die Änderung unterstütze die Verbraucher noch besser bei einer gesünderen Lebensmittelwahl, erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Ophelia Nick. Die bisherige Bewertung der Nährstoffzusammensetzung von Getränken sei zwar grundsätzlich zielführend und sinnvoll, so das BMEL. Für Getränke mit geringem Zuckergehalt, gesüßte Milchgetränke sowie Getränke mit Süßungsmitteln habe das Wissenschaftliche Gremium jedoch einige Anpassungen für notwendig gehalten.

Kategorienwechsel: Vom allgemeinen Lebensmittel zum Getränk

Die wichtigste Neuerung dürfte sein, dass mit dieser Änderung alle Lebensmittel, die getrunken werden, künftig einheitlich anhand identischer Kriterien bewertet werden und auch Milch, Milchgetränke und Pflanzendrinks als Getränke gelten. Diese werden bislang noch als allgemeine Lebensmittel eingestuft.

Des Weiteren sollen Getränke mit geringem Zuckergehalt eine günstigere Bewertung erzielen können und so gegenüber Getränken mit hohen Zuckergehalten besser differenziert werden. Wasser werde weiterhin als einziges Getränk eine A-Bewertung erhalten und Fruchtsäfte und Nektare (einschließlich Smoothies) grundsätzlich ihre derzeitige Einstufung (überwiegend in den Kategorien C bis E) beibehalten.

Um gleichzeitig keinen Anreiz für die Verwendung von Süßungsmitteln zu bieten, soll der Gehalt an Süßungsmitteln zudem durch die Vergabe von »Negativ-Punkten« berücksichtigt werden, wodurch diese Produkte in eine schlechtere Kategorie rutschen.

Weitere Änderungen folgen

Hintergrund dieser neuen Bewertung ist ein Aufruf des BMEL vom August 2021, Vorschläge zur Verbesserung und Weiterentwicklung des Nutri-Scores einzureichen. Die zahlreich von Herstellern und Interessenvertretungen abgelieferten Forderungen wurden von einem Wissenschaftlichen Gremium – einberufen durch die am Nutri-Score beteiligten Länder (Frankreich, Belgien, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande, Spanien und die Schweiz) – begutachtet. Deren erste Vorschläge zur Anpassung der Berechnungsmethoden folgten daraufhin im Juli 2022 und betrafen zunächst die Kategorien »Allgemeine Lebensmittel« und »Fette und Öle«

Die nun beschlossenen Modifizierungen für die Kategorie »Getränke« stellen den zweiten Teil der Neuerungen dar, als drittes sollen noch jene für die »Obst- und Gemüsekomponente« folgen. Unternehmen, die den Nutri-Score nutzen, sollen jeweils eine ausreichend lange Übergangsfrist erhalten, um ihre Label an die neuen Berechnungsmethoden anzupassen.

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