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Funktional, nicht naiv
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Optimismus trainieren

Optimismus gilt als Schlüssel für psychische Gesundheit, Resilienz und Lebenszufriedenheit. Doch ist eine positive Grundhaltung angeboren — oder lässt sie sich trainieren? 
AutorKontaktdpa
Datum 07.04.2026  14:00 Uhr

Dazu muss man verstehen, was Optimismus eigentlich ist. »Optimisten sind in der Regel Menschen, die gut mit ihren eigenen Schwächen umgehen und diese akzeptieren können«, sagt Winfried Rief, Professor für klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Marburg. Diese Personen wissen: Es geht auch mal etwas daneben oder man schafft eine Aufgabe nicht, aber deswegen ist nicht die ganze Welt schlecht.

Wer optimistisch ist, erwartet sich von der Zukunft Positives. »Diese Sichtweise ist habituell«, also durch Gewohnheit geprägt, erklärt Astrid Schütz. »Menschen, die optimistisch denken, erwarten in den unterschiedlichsten Situationen einen positiven Ausgang«, so die Professorin, die den Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik an der Universität Bamberg leitet. Dabei kann die voraussichtlich positive Zukunft von der eigenen Leistung abhängen, muss sie aber nicht.

Naiv oder funktional?

Die Forschung unterscheidet verschiedene Formen des Optimismus, etwa den naiven (oder defensiven) und den funktionalen Optimismus. Zur Veranschaulichung: Eine defensive Optimistin geht davon aus, dass ihr schon nichts passieren wird. Warum also einen Fahrradhelm aufsetzen? Dieser naive Optimismus kann riskant sein, wenn etwa Gefahren unterschätzt werden. Ein funktionaler Optimist dagegen sieht die Zukunft »zartrosa«, trägt aber seinen Teil zur Erfüllung dieser Annahme bei, ohne alle Vorsicht fahren zu lassen.

Grundsätzlich ist Optimismus ein Baustein, der hilft, zufriedener zu leben. Er steht im Zusammenhang mit besserer Gesundheit, und positiv denkende Menschen haben Rief zufolge eine höhere Lebenserwartung und mehr Erfolg im Beruf. »Offensichtlich gelingt es Menschen, die eine positive Erwartung haben, auch die eintretenden Ereignisse entsprechend anzubahnen.« Wer etwa fest daran glaubt, den neuen Job zu bekommen, wird wahrscheinlich positiver in das Bewerbungsgespräch gehen und damit seine Chancen verbessern.

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