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Neurodermitis
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Probiotika für die Haut

Dass Millionen von Bakterien der Haut helfen, ihrer Barrierefunktion nachzukommen, ist keine neue Erkenntnis. Doch dass ausgewählte Mikrobiom-Kosmetika auch bei der Therapie einer atopischen Dermatitis entscheidend helfen können, überrascht dann doch.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 24.04.2025  12:00 Uhr

Neuer Therapieansatz

Die Dermatologin hat im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit nach natürlichen Möglichkeiten gesucht, das Hautmikrobiom von Neurodermitis-Patienten wieder ins Lot zu bringen. Mit Erfolg: Ihre Arbeitsgruppe hat den Bakterienkomplex Baplexin® 621 entwickelt, der sich aus neun entzündungshemmenden Bakterienstämmen zusammensetzt. Die Pulvermischung wird zur Zubereitung für ein Teilbad in Wasser aufgelöst und dabei aktiviert (Omnibiotic® Skin Hautbad). Säuglinge können komplett darin baden. Die Dermatologin bezeichnete das Probiotikum als neuen Therapieansatz in der Therapie von atopischer Neurodermitis

»Durch die Bäder ließ sich in placebokontrollierten Studien die Konzentration von S. aureus innerhalb von 14 Tagen ohne weitere Therapien um 84 Prozent zurückdrängen und gleichzeitig die Vielfalt des Mikrobioms erhöhen. Der Schweregrad der Neurodermitis besserte sich deutlich sichtbar, und zwar umso effektiver, desto stärker der Ausgangsbefund war. Entzündungsparameter nahmen ab, genauso wie Juckreiz und Trockenheitsgefühl.« Angenehmer Nebeneffekt: Als Fußbad angewendet, reduziert der Bakterienkomplex signifikant Fußgeruch und schweißnasse Füße.

Neurodermitis-Patienten haben nach dem Baden oft das Bedürfnis, sich einzucremen. Deshalb wurde neben dem Granulat eine probiotische Fettsalbe (Omnibiotic® Skin Intensiv Pflegesalbe) formuliert. »Deren Grundlage ist wasserfrei – und damit nicht konserviert – und wurde ursprünglich als Stillsalbe für Brustwarzen entwickelt. Die enthaltenen pflanzlichen Lipide werden deshalb bereits von Säuglingen toleriert«, erläuterte die Dermatologin. »Am besten trägt man die Salbe auf die noch feuchte Haut nach dem Bad auf. Das dient der Aktivierung der Bakterien. Durch die Pflege wird das Hautmikrobiom in seinem Wiederaufbau gestärkt.«

Nur Lebendes wird integriert

Probiotika enthalten per Definition etwa der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche und angewandte Kosmetik lebende oder lebensfähige Mikroorganismen. Dazu meint Axt-Gadermann: »Es gibt nur sehr wenige Präparate, die lebende Bakterien enthalten und somit wirklich Probiotika in eigentlichem Sinne sind. Die meisten Zubereitungen nennen sich zu Unrecht so, da sie nur abgetötete Bakterien enthalten. So etwa Lysate oder Fermente von Bifidobakterien oder Laktobazillen. Diese können sich aber nicht aktiv ins Mikrobiom integrieren«, ordnet die Expertin ein.

Grundsätzlich lässt sich mikrobiotische Hautpflege in drei Gruppen unterteilen: die Prä-, Pro- und Postbiotika. Als Präbiotika werden Substanzen bezeichnet, die bestimmte Mikroorganismen des Hautmikrobioms in ihrem Wachstum oder ihrer Aktivität selektiv beeinflussen, die also Nährstoffe für das Hautmikrobiom darstellen. Laut Axt-Gadermann können das etwa Inulin oder resistente Stärke sein. Postbiotika sind wiederum Substanzen, die aus Mikroorganismen gewonnen werden oder aus inaktivierten Vertretern bestehen. Typisches Beispiel ist die Milchsäure, die aus Lactobacillus-Arten stammt. Orientierung in Sachen Mikrobiom-Kosmetika bietet das Siegel »Microbiome friendly«. Auf der Website www.mymicrobiome.info werden alle entsprechend zertifizierten Produkte gelistet.

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