Der BVpta kritisiert unter anderem, dass PTA die Apothekenleitung vertreten sollen, ohne dass dafür eine Weiterqualifizierung oder angemessene Vergütung vorgesehen ist. / © Getty Images/ Nastasic
»Der BVpta appelliert an das Bundesgesundheitsministerium, die PTA-Vertretung nicht als kurzfristiges Experiment zu betrachten, sondern als Chance für eine nachhaltige Weiterentwicklung der pharmazeutischen Berufe«, heißt es in einer Pressemitteilung des BVpta. PTA dürften nicht zur »Lückenbüßerin für strukturelle Versäumnisse« werden.
Geplant ist laut dem aktuellen Gesetzesentwurf, dass PTA die Apothekenleitung unter bestimmten Voraussetzungen insgesamt 20 Tage pro Jahr vertreten dürfen – mit zwei Einschränkungen: Zum einen soll die Regelung zunächst auf fünf Jahre begrenzt bleiben, zum anderen soll sie nur für ländliche Apotheken greifen, definiert als: keine weitere Apotheke im Umkreis von sechs Kilometern.
Letzteres sieht der BVpta besonders kritisch: »Es ist völlig unverständlich, warum eine PTA in der Großstadt eine Tätigkeit nicht verüben darf, die einer PTA im ländlichen Raum zugetraut wird. Das spaltet Berufsgruppen und Regionen, löst kein einziges Versorgungsproblem und gefährdet die Akzeptanz der Reform!« Die Qualifikation einer PTA unterscheide sich nicht – ob sie nun auf dem Land oder in der Stadt arbeite. Die 6-km-Grenze wirke »willkürlich und realitätsfern«.
Auch, dass die ursprünglich vorgesehene berufsbegleitende Weiterbildung als Voraussetzung für die PTA-Vertretung entfallen ist, stößt auf Unverständnis. »Mehr Verantwortung ohne verbindliche Weiterbildung ist keine Aufwertung, sondern eine Abwertung unseres Berufes«, schreibt der Verband. Das neue Anforderungsprofil sei »völlig unzureichend« und lasse viel Raum für Interpretationen, zum Beispiel hinsichtlich Berufserfahrung oder Tätigkeitsfeldern. Der BVpta bleibe bei seiner Forderung, dass notwendige Fort- und Weiterbildungsinhalte transparent und unter Einbeziehung der Berufsverbände entwickelt werden müssen.
Nicht zuletzt vermisst der BVpta die finanzielle Anerkennung der zusätzlichen Verantwortung. »Und genau das nährt den Eindruck, dass PTA als billigere Ersatzkräfte eingeplant werden sollen. Wir sind keine billigen Ersatzkräfte!«
Zusammenfassend fordert der Verband folgende Nachbesserungen:
Der BVpta betont, dass eine Weiterentwicklung des PTA-Berufs nur gemeinsam mit der Apothekerschaft funktioniere. Es brauche einen klaren gesetzlichen Rahmen, damit Kompetenzen weder missverstanden oder instrumentalisiert werden können. »Wir wollen Aufwertung ohne Konfrontation und klare Regeln ohne Alarmismus«, so der BVpta, der in einer vorherigen Stellungnahme die Schaffung des neuen Berufes »Pharmazie-Assistenz« vorgeschlagen hatte.
Scharf kritisiert der Verband, dass die Honorarfrage auf das nächste Jahr verschoben werden soll. Denn: »Die Stärkung der Apothekerschaft ist auch im Interesse der PTA.« Die wirtschaftliche Lage sei dramatisch, Arbeitsplätze in Gefahr. Es fehle an konsequentem Handeln seitens der Politik.