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Restless-Legs-Syndrom
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Quälende Unruhe in den Beinen

Das Restless-Legs-Syndrom, das besonders oft Schwangeren und älteren Menschen die Nachtruhe raubt, wurde in früheren Jahrhunderten als psychische Störung fehlinterpretiert. Heute weiß man: Es handelt sich um eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, wie PD Dr. med. Moritz Brandt, Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Neurologie in Meißen, auf einer Fortbildungsveranstaltung der Deutschen Geriatrischen Gesellschaft erklärt.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 07.04.2026  08:00 Uhr

Die Gesamtprävalenz liegt bei 9 Prozent, bei Menschen über 65 Jahren leiden 15 von 100 unter den unruhigen Beinen. Dabei trifft es deutlich häufiger Frauen und hier vor allem jene, die Kinder geboren haben. Es gelte, je mehr Schwangerschaften desto höher das Risiko. Kinderlose Frauen hingegen erkranken nicht häufiger als Männer. Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen gibt es bereits Fälle in der Familie, genetische Risikovarianten sind bekannt. Letzteres sei jedoch für die Diagnostik irrelevant und nur für die Wissenschaft von Bedeutung. Ein früh im Leben auftretendes Restless Leg Syndrom (RLS) spricht eher für eine genetisch bedingte Herkunft, je später sich die Erkrankung zeigt, umso eher resultiert sie auch aus Komorbiditäten. Dazu gehören laut Brandt neben Eisenmangel auch eine Niereninsuffizienz, eine Polyneuropathie, Parkinson und Depressionen. Sie alle können RLS beeinflussen beziehungsweise teilweise auch die Diagnose erschweren. Die früher vorgenommene Einteilung in ein primäres und ein sekundäres RLS ist mittlerweile obsolet.

Eine weitere Quelle als RLS-Auslöser sind Medikamente. Der Experte führte in diesem Kontext Neuroleptika, Antidepressiva wie Mirtazapin, Citalopram und Velafaxin, Antihistaminika sowie die Genussmittel Koffein und Alkohol an. 

Für die Diagnose eines RLS nannte Brandt fünf essenzielle Kriterien: zuvorderst einen Bewegungsdrang der Beine, meist assoziiert mit sensiblen Störungen unterschiedlicher Qualität.

  • Dieser Drang tritt ausschließlich in Ruhe oder Entspannung auf.
  • Er verbessert sich durch Bewegung oder verschlechtert sich dadurch zumindest nicht weiter.
  • Er unterliegt einer zirkadianen Rhythmik mit Symptomen vor allem abends und nachts.
  • Der Zustand lässt sich nicht durch Symptome anderer möglicher medizinischer Diagnosen, Verhaltenszustände oder Medikamente erklären 

Zusätzlich können eine positive Familienanamnese, das Ansprechen auf eine dopaminerge Therapie und sogenannte Periodische Beinbewegungen im Schlaflabor die Diagnose stützen. Brandt stellte die Aufnahme eines Patienten in einem Schlaflabor vor, die Anzahl der Periodischen Beinbewegungen war erschreckend hoch. Jedes Mal dann verändern sich auch die aufgezeichneten Hirnwellen, und zwar im Sinne einer kurzen Aufwachreaktion. Kein Wunder, dass ein RLS eine deutliche Ursache für eine massive Schlafstörung sein kann. Betroffene merken im Übrigen nicht immer, dass ihr Gehirn nachts durch die Beinbewegungen ständig aus dem Schlaf gerissen wird. Sie registrieren dann nur, dass sie sich unausgeschlafen und tagsüber müde fühlen.  

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