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Reisedurchfall stoppen

Endlich ist der lang ersehnte Urlaub da. Doch anstatt sich auf Sehenswürdigkeiten und Strandspaziergänge zu freuen, dreht sich alles nur darum, wo die nächste Toilette zu finden ist. Was PTA ihren Kunden raten können, damit die Ferien trotz Durchfall nicht zum kompletten Reinfall werden.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 21.05.2025  08:00 Uhr

Ursachen

  • Bakterien, Viren oder Parasiten
  • häufigste Auslöser: Escherichia coli, Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, Noro- oder Rotaviren
  • heiße Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen Keimwachstum
  • Unterschiede im Hygienestandard zwischen Heimat- und Reiseland
  • besonders häufig bei Reisen in tropische und subtropische Regionen

Meist selbstlimitierend

  • Beginnt in der Regel drei bis fünf Tage nach Erregerkontakt.
  • Bessert sich meist innerhalb von drei bis vier Tagen spontan.
  • Durchfall, der länger als zwei bis vier Wochen andauert, kann Hinweis auf Protozoen oder Parasiten sein.

Rehydratation an erster Stelle

  • viel trinken
  • Zucker- und Elektrolythaushalt ausgleichen beispielsweise mit Oralpädon®, Elotrans® oder der WHO-Trinklösung (wie Saltadol®)
  • ist orale Flüssigkeitsaufnahme nicht ausreichend möglich, umgehend Arzt aufsuchen
  • körperliche Schonung

WHO-Trinklösung selbst gemacht

  • 4 Teelöffel Zucker
  • ¾ Teelöffel Kochsalz
  • 1 Tasse Orangensaft
  • 1 Liter Mineralwasser
  • Pro Kilogramm Körpergewicht etwa 40 Milliliter der Lösung innerhalb von 24 Stunden trinken (bei 75 kg entspricht das etwa 3 Litern).
  • Ist kein Orangensaft vorhanden, zwei Bananen dazu essen (enthalten Kalium).

Zu wenig Wasser

  • Kinder, Senioren und Patienten, die Diuretika einnehmen, dehydrieren schnell.
  • typische Symptome: starker Durst, Schwindel, schneller Puls, dunkler Urin und trockener Mund
  • Tipp bei kleinen Kindern: Bleibt die Windel trocken, ist Gefahr in Verzug.

Grenzen der Selbstmedikation

  • Blut oder Schleim im Stuhl
  • hohes Fieber
  • starke Schmerzen
  • starker Durchfall, der länger als 48 Stunden andauert
  • hoher Flüssigkeitsverlust, Zeichen von Dehydration

Therapie in Eigenregie: Was geht?

  • Gemäß der S2k-Leitlinie für Gastrointestinale Infektionen können bei leichtem bis moderatem Durchfall Loperamid (wie Imodium® akut) oder Racecadotril (wie Vaprino®) eingenommen werden.
  • keine Anwendung bei Fieber, Blut oder Schleim im Stuhl
  • keine Anwendung bei Kindern
  • stoppen den Durchfall, ohne Einfluss auf die Genesung zu haben
  • möglich zum Beispiel bei bevorstehender Busfahrt
  • Loperamid maximal zwei Tage, Racecadotril maximal drei Tage anwenden
  • Konsensuspapier zur akuten Reisediarrhö empfiehlt Racecadotril als Mittel der Wahl

Richtig dosiert

  • Loperamid: zu Beginn zwei Tabletten (je 2 mg Loperamid), danach nach jedem ungeformten Stuhl jeweils eine Tablette (max. 12 mg Loperamid/Tag)
  • Racecadotril: zu Beginn zwei Kapseln (je 100 mg Racecadotril), danach vor jeder Hauptmahlzeit eine Kapsel (am ersten Tag maximal 400 mg Racecadotril, am zweiten maximal 300 mg/Tag)

Keime gegen Keime

  • Probiotika (wie Perenterol® forte oder Omni Biotic® Reise) können prophylaktisch, einige Tage vor Reisebeginn oder im Akutfall eingenommen werden.
  • Die Leitlinie gibt wegen unzureichender Datenlage keine Einschätzung ab.

Keine Evidenz

Präparate mit Uzara, Apfelpektine, Kohle, Tannine, Heilerde oder Myrrhe sollen gemäß der Leitlinie nicht angewendet werden.

Besser vorbeugen

  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen
  • bei Lebensmitteln gilt der Grundsatz: Cook it, boil it, peel it or forget it (koch‘ es, brat‘ es, schäl‘ es oder vergiss es)
  • kein Leitungswasser, sondern nur abgepacktes oder abgekochtes Wasser trinken und zum Zähneputzen verwenden
  • keine Eiswürfel
  • tiefgekühlte oder kühlpflichtige Präparate meiden
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