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Budesonid-Suspensionsgel 0,02 Prozent
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Rezeptur mit Fallstricken

Sandra Barisch ist Apothekerin, Rezepturspezialistin und arbeitet beim Landesapothekerverband Baden-Württemberg für die Fortbildung. Auf der diesjährigen Expopharm in München stellte Sie mit ihrer »Hexenküche« wieder Rezepturen vor, die es in sich haben. Eine davon im Folgenden.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 21.09.2026  11:00 Uhr

Die verordnete Rezeptur, die Barisch vorstellte, verteilte sich auf drei Rezepte.  Auf dem ersten findet sich die Angabe »Budesonid-Suspensionsgel 0,02 Prozent; 2x100 g in Medizinflasche mit Dosierhilfe«. Das zweite nennt Rezepturbestandteile: Hydroxyethycellulose 250, konserviertes Wasser, Saccharin-Natrium, Himbeeraroma und gereinigtes Wasser. Bei der dritten Verordnung verschrieb der behandelnde Arzt 1x Pulmicort 1,0/2mL Suspension, 40x 2mL, versehen mit einer Pharmazentralnummer. »Wir wussten dann auch gar nicht, gehört das Pulmicort dazu oder ist das jetzt eine Fertigarzneimittel-Abgabe?«, berichtete Barisch. Sie telefonierte deshalb mit dem Arzt »und ich habe dadurch das Problem des Arztes verstanden«, so die Apothekerin.

Der Patient leidet an einer eosinophilen Ösophagitis. Er sei auch sehr kritisch, was Geschmack betrifft. so Barisch. Deshalb musste das Rezepturteam der Apotheke kreativ werden. »Wir sind als erstes in den Rezepturenfinder des DAC/NRF gegangen und hier fanden wir eine ganz rudimentäre Rezeptur, die aus dem Budesonid besteht, einem Verdickungsmittel und konserviertem Wasser.« Da sei aber natürlich von Anfang an klar gewesen, dass der Patient das nicht einnehmen würde, »weil das ganz furchtbar schmeckt«.

Minimengen ungenau

Bei Budesonid bestünde außerdem das Problem, dass man eine sehr kleine Menge dafür brauche. »Wenn Sie das ausrechnen, die 0,02 Prozent, dann heißt das, Sie müssen 20 mg abwiegen«, erklärte Barisch. Alle würden den Ringversuch des ZL kennen, bei dem herauskam, dass Apotheken in der Regel nicht unter 100 mg genau einwiegen können »und unter 20 schon mal gar nicht«. Deswegen seien 20 mg eine Menge, bei der man sich überlegen müsse, ob das sinnvoll sei. Aus diesem Grund gibt auch das NRF den Hinweis, dass man das Budesonid auch als Fertigarzneimittel verwenden kann. Und das sei wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass der Arzt das Pulmicort verordnet habe.

»Wir haben dann eine Packung genommen; 1 mg in 2 ml wäre ja praktisch genau eine Einzeldosis. Wir haben 20 davon gebraucht, haben die aufgebrochen und entsprechend weiter verarbeitet«, erklärte die Rezepturexpertin. Zwar habe man jetzt das Verdickungsmittel, den Wirkstoff und das Konservierungsmittel schon mal beisammen, aber der Geschmack sei immer noch scheußlich. Sie hätten dann geschaut, in welchen Konzentrationen Saccharin-Natrium laut DAC/NRF üblicherweise verwendet werde.

Aroma ist nicht Sirup

»Dann haben wir ein paar Rezepturen herausgesucht und gefunden, in diesen Dosierungen wird es häufigerweise zwischen 0,02 bis 1 Prozent eingesetzt. Diese Spannbreite haben wir und uns dann einfach für die Mitte der Konzentrationen entschieden.« Nun habe es zwar ein wenig süßer geschmeckt, aber nach wie vor nicht lecker. Sie hätten dann das Himbeeraroma bestellt, zu dem man in der Regel eine Empfehlungstabelle bekomme, wie es zu dosieren sei. »Leider haben wir nicht darüber nachgedacht, dass Himbeeraroma etwas anderes ist als Himbeersirup. Je mehr Himbeersirup Sie nehmen, desto lecker. Je mehr Aroma, desto Bäh«, beschrieb Barisch das Dilemma. 

Himbeeraroma in der höchsten vorgeschlagenen Dosierung schmecke wirklich scheußlich und stark bitter. »Wir haben dann eine Verdünnungsreihe gemacht in kleinen Plastikgefäßen von der letzten Vitamintabletten-Verkostung, haben das aufdosiert und waren dann sicher, bei der mittleren Dosierung schmeckt es lecker«, fasste die Apothekerin zusammen. Die fertige Rezeptur wurde direkt fürs nächste Mal gespeichert. 

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