| Verena Schmidt |
| 09.10.2026 12:00 Uhr |
El Niño könnte im Herbst und Winter in vielen Teilen der Welt zu Extremwetter führen. Fernreisen sollten also gut geplant werden. / © Getty Images/Marco_Piunti
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, das in unregelmäßigen Abständen im Durchschnitt alle vier Jahre auftritt. Die Meeresoberfläche des Pazifiks erwärmt sich dabei ungewöhnlich stark, Luftdruckverteilung und Winde verändern sich und beeinflussen Niederschläge und Temperaturen in vielen Regionen der Welt.
Prognosen zufolge soll der nächste El Niño außergewöhnlich stark ausfallen. In diesem Herbst und im kommenden Winter ist daher in Teilen Asiens, Nord-, Mittel- und Südamerikas, Afrikas sowie Australiens und Ozeaniens Extremwetter möglich: Je nach Region sei mit starker Hitze, Dürren, Starkregen oder Überflutungen zu rechnen. Das berge auch Risiken für Reisende, erklärt die DfR in einer Pressemitteilung.
Starke Hitze sowie Rauchentwicklung durch Wald- und Buschbrände seien vor allem für ältere Menschen sowie Menschen mit Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, neurologischen Erkrankungen oder eingeschränkter Nierenfunktion riskant, so die DfR. Ebenso bräuchten Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder besonderen Schutz. Die Experten raten, Reiseplanung und -aktivitäten entsprechend anzupassen.
Auswertungen zeigten auch, dass starke El-Niño-Ereignisse in der Vergangenheit in den Tropen und Subtropen zu einem deutlichen Anstieg von Infektionen, die durch Mücken übertragen werden, geführt haben – insbesondere von Dengue- und Chikungunya-Fieber. Wärmere Temperaturen und veränderte Niederschläge können die Vermehrung von Aedes, der Überträgermücke, begünstigen. Auch bei Trockenheit kann die Übertragungsgefahr steigen, etwa weil Wasser in offenen Behältnissen gesammelt wird, die dann als Brutplätze dienen. Auch das Risiko für Malaria kann sich laut DfR regional verändern, Übertragungszeiten könnten sich verlängern.
In Ländern mit schwacher Infrastruktur habe El Niño etwa durch Starkregen und Überschwemmungen in der Vergangenheit auch zu Ausbrüchen von Cholera und anderen wasserübertragenen Infektionen geführt. »Für Reisende ist das Risiko für Cholera-Infektionen im Allgemeinen gering. Je nach Reiseregion und Situation vor Ort sollten Reisende jedoch vermehrt auf Wasser- und Lebensmittelhygiene achten«, sagt Dr. Markus Frühwein, erster Vizepräsident der DfR.
Die DfR rät Reisenden, die in den kommenden Monaten in von El Niño betroffene Länder reisen, Folgendes: