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Im Winter
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Rosen oft weit gereist und mit Pestiziden belastet

Der Valentinstag steht kurz bevor und damit auch der Verkauf zahlreicher Blumensträuße. Der Bund für Umwelt und Naturschutz weist darauf hin, dass Rosen im Winter oft eine schlechte Klimabilanz haben und pestizidbelastet sein können.
AutorKontaktdpa
Datum 13.02.2026  09:00 Uhr

Rosen sind in mehrfacher Hinsicht kein ideales Valentinspräsent. Wie auch andere Schnittblumen kommen sie im Winter nahezu komplett aus dem globalen Süden – hauptsächlich aus Kenia, wo es riesige Plantagen gibt, wie Corinna Hölzel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärte.

Rosen sind die insgesamt am meisten verkauften Schnittblumen in Deutschland und auch die am stärksten nachgefragten zum Valentinstag. Jährlich werden deutlich über eine Milliarde Rosen importiert, davon rund 200 Millionen aus Kenia und – in den Sommermonaten – etwa 900 Millionen aus den Niederlanden, wie Hölzel sagt.

Viele Pestizide – und teils hier verbotene

Rosen werden dem BUND zufolge intensiv gedüngt und gegen Insekten sowie Pilzerkrankungen mit Insektiziden und Fungiziden behandelt. Gerade Blumen aus dem globalen Süden seien sehr häufig massiv mit Pestizid‑Cocktails belastet – oft zudem mit Pestiziden, die aufgrund ihrer Gesundheitsgefahren oder Umweltrisiken in der EU längst verboten sind.

»Viele der Pestizide sind gefährlich für Nützlinge, verunreinigen Wasser, Böden und Luft«, sagte Expertin Hölzel. »Zudem stellen sie ein riesiges Gesundheitsproblem für die Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Plantagen dar, die oft keine Information über die Gefahren und kaum Zugang zu Schutzkleidung haben.«

Als Rückstände auf und in den Blumen kommen die Pestizide dann auch nach Europa. In der EU gibt es dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge für das Inverkehrbringen von Schnittblumen keine rechtlichen Regelungen bezüglich der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln.

Risiko für Floristen

Für Floristinnen und Floristen bedeutet das laut BUND ein Gesundheitsrisiko. Wer beruflich langjährig und häufig mit Pestiziden in Kontakt gekommen ist, hat Studien zufolge unter anderem ein höheres Risiko für Parkinson. Die mit Bewegungsstörungen verbundene neurodegenerative Erkrankung ist daher in Deutschland als Berufskrankheit anerkannt – bei Floristen ebenso wie bei Landwirten, Gärtnern und Winzern.

»Wer am Valentinstag Freude ohne giftiges Beiwerk schenken will, sollte auf Siegel achten: die von den Lebensmitteln bekannten Bio‑Siegel, das Slowflower‑ und das Fairtrade‑Siegel«, erklärte Hölzel. Schnittblumen von Frühblühern wie Tulpen, Narzissen oder Ranunkeln kämen oft aus Europa und seien weniger mit Pestiziden belastet als Rosen im Winter.

Frühblüher oder Zweige als Alternative

Prinzipiell seien auch weniger weit gereiste – oft aus den Niederlanden stammende – Frühblüher‑Topfblumen wie Primeln, Narzissen oder Hyazinthen als Alternative durchaus zu empfehlen. Für eine gute Öko‑Bilanz sollten sie in torffreier Erde möglichst in einem Keramiktopf oder zumindest wiederverwendetem Plastiktopf kultiviert worden sein. »Und man sollte den Platz haben, sie dann auch im Garten oder auf dem Balkon einzupflanzen.«

Auch Zweige von heimischen Sträuchern oder Obstbäumen, die nach einigen Tagen im warmen Zimmer pünktlich zum Valentinstag grünen und blühen, sind Hölzel zufolge eine gute Alternative zu Rosen. Oder man verschenkt Pflanzen, die erst später im Jahr im Balkonkasten oder Garten zur Geltung kommen: Wildstauden und ‑gehölze, Gemüse, Obst sowie Arznei‑ und Gewürzpflanzen stammten vielfach aus heimischen Gärtnereien.

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