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Beratung kompakt
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Scheidenpilz? Schnell handeln!

Eine Vaginalmykose zählt zu den häufigsten Erkrankungen im weiblichen Intimbereich – dennoch sprechen viele Betroffene ungern darüber. Im Beratungsgespräch kommt es deshalb auf eine sensible und empathische Beratung an.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 22.07.2025  08:00 Uhr

Symptome

  • Juckreiz
  • gerötete, weißlich belegte Schleimhaut
  • Ausfluss nicht zwingend vorhanden, wenn dann geruchlos, weiß-gelblich und flockig

Ursache

  • Hauptverursacher ist der Hefepilz Candida albicans.
  • Er kommt in geringen Mengen in der gesunden Vaginalflora vor.
  • Gerät das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht, kann er sich vermehren und die Schleimhaut entzünden.

Störfaktoren für die Vaginalflora

  • Arzneimittel wie Antibiotika, Immunsuppressiva oder hormonelle Kontrazeptiva
  • Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Immunschwäche
  • Zeiten hormoneller Umstellung wie Pubertät und Wechseljahre
  • übertriebene Intimhygiene mit alkalischen Seifen oder Duschgelen
  • Stress
  • gechlortes Wasser in Schwimmbädern
  • enge Kleidung und Unterwäsche aus synthetischen Materialien

Behandlung

  • Meist sind Scheide und äußerer Genitalbereich betroffen, daher ist eine Kombination aus Creme und Vaginaltabletten/-ovula sinnvoll.
  • Präparate mit Clotrimazol (wie Kadefungin® 3 Kombipackung, Vagisan® Myko Kombi 3 Tage), Fenticonazol (wie Fenizolan® Kombi) oder Nystatin (wie Biofanal® Kombipackung bei Scheidenpilz) verfügbar
  • Clotrimazol gilt als Standard in der Therapie, erhältlich zur Selbstmedikation als Ein- oder Drei-Tages-Therapie.
  • Vaginaltabletten/-ovula: abends vor dem Schlafengehen, am besten in Rückenlage mit angewinkelten Beinen einführen
  • Creme: auf den äußeren Genitalbereich bis zum After aufgetragen
  • keine Behandlung während der Menstruation
  • Die fett- oder ölhaltige Grundlage von Vaginalpräparaten kann die Reißfestigkeit von Kondomen oder Diaphragmen aus Latex vermindern.

3-Tages-Therapie

  • Vaginalovula oder -tabletten mit je 200 mg Clotrimazol an drei aufeinanderfolgenden Tagen einführen (wie Kade Fungin® 3).
  • Creme mit 2% Clotrimazol: zwei- bis dreimal täglich an drei aufeinanderfolgenden Tagen auftragen, bei Bedarf weitere drei Tage fortführen.

1-Tages-Therapie

  • Vaginalzäpfchen oder -tablette mit 500 mg Clotrimazol einmal abends anwenden; Depotwirkung über 72 Stunden (wie Canesten® Gyn Once, Vagisan® Myko Kombi).
  • Creme mit 1 % Clotrimazol: zwei- bis dreimal täglich über ein bis zwei Wochen auftragen.

Milchsäure & Co.

  • Präparate mit Lacotobazillen können bei leichten Beschwerden oder nach einer erfolgreichen antimykotischen Therapie angewendet werden.
  • als Vaginaltablette/-ovula oder zur oralen Einnahme
  • Intimwaschlotionen können unterstützend angewendet werden.
  • Präparate, die Clotrimazol mit Milchsäure kombinieren (wie Canesten® Gyn 3-Tage-Kombi), sollen die Bioverfügbarkeit des Wirkstoffs verbessern und die fungizide Wirkung verstärken.

Grenzen der Selbstmedikation

  • Erstinfektion oder bei Patientinnen unter 18 Jahren
  • chronisch-rezidivierende Infektion (drei- bis viermal pro Jahr oder öfter)
  • bei ausbleibender Besserung nach drei Tagen oder wenn sich die Symptome intensivieren
  • bei grünlichem oder gelblichem Ausfluss, unangenehmem Geruch oder Schmerzen im Unterbauch

Schwangerschaft

  • Durch erhöhte Östrogenspiegel haben Schwangere ein erhöhtes Risiko.
  • Behandlung nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Keine Applikatoren nutzen, sondern die Tabletten/Ovula mit der Hand einführen.
  • Unbehandelt kann der Pilz bei vaginaler Geburt das Neugeborene infizieren, Infektionen wie Windeldermatitis oder Mundsoor möglich.

Den Partner auch behandeln?

Es besteht kein nachgewiesener Nutzen, den Sexualpartner routinemäßig auch zu behandeln. Dies ist nur nötig, wenn auch er Symptome zeigt.

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