Der Deutsche Tierschutzbund bewertet die Ergebnisse der Studie auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa als nicht überraschend. »Die Erkennung von Schmerzen bei Haustieren ist häufig nicht ganz einfach«, sagt Lisa Hoth-Zimak, Fachreferentin für Heimtiere. »Schon lange fordern wir den Nachweis einer theoretischen Sachkunde vor der Anschaffung eines Hundes.«
Halter müssten grundlegende Kenntnisse zu richtiger Auswahl, Sozialisierung, tierschutzgerechtem Umgang, Haltung und Training eines Hundes nachweisen können. »Sind Hundebesitzer sachkundig, hat dies sowohl für Menschen als auch Tiere Vorteile und kann Tierheime, tierärztliche und humanmedizinische Notdienste entlasten und das Zusammenleben verbessern.«
Schmerzen bei Hunden könnten sich laut Tierschutzbund beispielsweise folgendermaßen äußern:
Bereits 2024 erschien eine Studie mit ähnlichen Ergebnissen wie in der aktuellen Untersuchung. Hundevideos in sozialen Medien suggerieren demnach oft fälschlicherweise, dass sich die Tiere wohlfühlen. Die Autoren der Studie, die in der Fachzeitschrift »Applied Animal Behaviour Science« veröffentlicht wurde, warnten, Stresssignale von Hunden würden häufig übersehen.
Das Forscherteam analysierte 190 beliebte Videos und stellte fest, dass Hunde darin oft Unbehagen, Furcht oder Verwirrung zeigten, während Menschen eifrig Likes verteilten. Typische Stressindikatoren wie das Abwenden des Kopfes, Gähnen, Blinzeln oder angelegte Ohren werden den Autoren zufolge oft als amüsant missverstanden. Besonders Umarmen kann auf Hunde einschüchternd wirken, während das Lecken am Mund häufig Unterwürfigkeit statt Zuneigung bedeutet.