| Isabel Weinert |
| 17.02.2026 14:00 Uhr |
Sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter erlebte Traumata können die Gesundheit beeinträchtigen. / © Adobe Stock/peterschreiber.media
Die Forschenden konnten in einer Kohortenstudie mit 11.601 Patienten zeigen, dass Menschen mit ungünstigen Erfahrungen in der Kindheit oder im Erwachsenenalter ein erhöhtes Risiko dafür trugen, eine Demenzerkrankung zu entwickeln. Hingegen zeigte sich die größere Gefahr für einen Schlaganfall nur bei denjenigen, die im Erwachsenenalter ein Trauma erlebten.
Die Wissenschaftler nutzten Daten aus der »China Health and Retirement Longitudinal Study« die von Juni 2015 bis Dezember 2020 lief. In die Untersuchung eingeschlossen wurden Teilnehmende ab 45 Jahren mit vollständigen Daten zu negativen Erfahrungen. Zu den traumatisierenden Ereignissen im Kindesalter zählten dysfunktionale Situationen innerhalb der Familie oder des sonstigen sozialen Umfeld eines Kindes, ein Todesfall in der Familie oder ein krankes Familienmitglied.
Bei Erwachsenen konnte es sich um den Tod eines Kindes, um andauernde Diskriminierung, Bettlägerigkeit, eine schwere Erkrankung und das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben durch Krankheit handeln. Einen Teil der traumatisch getriggerten Demenzerkrankungen führen die Forschenden auf Depressionen zurück.
Sie schließen aus den Ergebnissen, dass es lebenslanger Interventionen bedarf, die psychische Traumata und die Gesundheit zum Ziel haben, wenn es darum gehen soll, die Zahl neurovaskulärer Erkrankungen zu verringern. Dazu könnte auch der Einsatz von Antidepressiva gehören, weil Depressionen ein wichtiger Mediator für Demenz und Schlaganfall seien.