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Herz und Gefäße in Gefahr
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Schwere Folgen von Virusinfektionen

SARS-CoV-2 bringt es in Erinnerung: Folgen von Virusinfektionen können in seltenen Fällen auch lebensbedrohliche Ereignisse wie Schlaganfall oder Krankheiten wie die Herzschwäche sein. Beim Erreger von Covid-19 sind die schädlichen Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System allerdings noch nicht völlig verstanden.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 01.07.2020  09:00 Uhr

Herzschäden bei Kindern

Bei Kindern kann die überschießende Reaktion des Immunsystems auf SARS-CoV-2 zu einem Symptomkomplex führen, der an das seltene Kawasaki-Syndrom erinnert. Ärzte fürchten beim Nachwuchs eine irreversible Erweiterung der Herzkranzgefäße. Diese bleibenden Herzschäden entstehen vermutlich dadurch, dass Antikörper, die sogenannten Autoantikörper gegen Endothelzellen (AECA), in den inneren Zellschichten der Herzgefäße Entzündungen auslösen.

Herzschäden sind auch bei anderen viralen und bakteriellen Infektionen bekannt. »Viren können direkt den Herzmuskel angreifen. Herzmuskelentzündungen, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche mit verminderter Pumpleistung können im Zusammenhang mit vielen viralen Infektionskrankheiten auftreten«, sagt Meinertz. Die Komplikationen entstehen, wenn sich die Erreger über den Blutstrom bis ins Herz verbreiten und das Organ befallen. Die Gefahr für Herzschäden ist besonders groß, wenn Menschen mit Infektionen Sport treiben und dadurch ihr Immunsystem schwächen.

Auch auf das zentrale Nervensystem können die Erreger übergehen und Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung oder Gehirnentzündung auslösen.

Grippe erhöht Risiken

Bei schweren Infekten drohen gefährliche Herz-Kreislauf-Komplikationen auch dann, wenn Betroffene sich nicht beim Sport verausgaben. Statistiken zeigen zum Beispiel, dass nach einer Grippewelle Herz- und Gefäßerkrankungen übermäßig zunehmen. Die gute Nachricht: Je länger die Influenza zurückliegt, desto mehr sinkt das Risiko beispielsweise für einen Herzinfarkt wieder. In den ersten sieben Tagen ist es jedoch um das Vielfache erhöht. Einen Monat danach ist das Risiko immer noch deutlich höher als bei Menschen, die nicht an der Grippe erkrankt sind. Ähnlich sieht es für das Schlaganfall-Risiko aus. »Die Influenza ist eine schwere Erkrankung, die mit starken Krankheitssymptomen wie hohem Fieber einhergeht. Das bedeutet Stress für den Körper, und Stress ist ein wichtiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall«, erklärt der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Herzstiftung.

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