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Rechtzeitig behandeln
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Schwerhörigkeit – unterschätzter Risikofaktor für Demenz

Nachlassendes Hörvermögen nicht ernst zu nehmen kann schwerwiegenden Folgen haben. Werde Schwerhörigkeit im mittleren Lebensalter nicht behandelt, verdoppele sich das Risiko für eine Demenz im Alter, warnt die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) in einer Pressemitteilung.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 15.06.2022  14:00 Uhr

Ein häufiger Grund, aus dem Betroffene den Weg zum Arzt scheuen, sei beispielsweise Eitelkeit und dass viele Menschen kein Hörgerät tragen wollen. Dabei ist Schwerhörigkeit der wichtigste Risikofaktor für 45- bis 65-Jährige, in späteren Jahren eine Demenz zu entwickeln, wie die AFI erklärt.

Wer schlecht höre, reagiere oft mit Rückzug, weil er Gesprächen nicht mehr so gut folgen könne oder schnell müde werde. »Weniger Sozialkontakte führen aber dazu, dass das Gehirn weniger Reize verarbeitet, weil es weniger gefordert ist«, so die AFI. Die Leistungsfähigkeit des Gehirns nehme ab und das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, steige.

Meist verschlechtert sich das Hörvermögen durch altersbedingten Verschleiß etwa ab Mitte 50. Schwerhörigkeit könne jedoch auch krankheitsbedingt auftreten, der AFI zufolge beispielsweise durch Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen oder Schäden an der Halswirbelsäule. Die Initiative rät, das Hörvermögen regelmäßig von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt oder einem Hörgeräteakustiker untersuchen zu lassen und eine Hörschwäche keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen. Bei einer krankheitsbedingten Schwerhörigkeit sollten die Ursachen behandelt werden, in allen anderen Fällen könne meist ein Hörgerät die Defizite ausgleichen. Betroffene könnten Gesprächen wieder besser folgen und aktiv am Leben teilnehmen. »Ihr Gehirn wird gefordert und bleibt dadurch leistungsfähiger.«

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