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Welt-Hepatitis-Tag
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Screening als Schlüssel zum Erfolg

In diesem Jahr steht der Welt-Hepatitis-Tag unter dem Motto »Hep can’t wait – Hepatitis kann nicht warten«. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert Regierungen zu Kampagnen auf, damit mehr Menschen sich testen lassen und behandelt werden. Auch deutsche Fachgesellschaften fordern mehr Aktion.
AutorKontaktdpa/PTA-Forum
Datum 28.07.2021  13:00 Uhr

Nach Schätzungen der WHO leben weltweit 354 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B oder C. Drei Millionen Menschen stecken sich jedes Jahr an, 1,1 Millionen Menschen sterben daran. Die Krankheiten können zwar behandelt werden, allerdings hapert es bei der Diagnose: 2019 wussten nach WHO-Schätzungen nur 21 Prozent der Menschen mit chronischer Hepatitis C von ihrer Infektion, bei Hepatitis B waren es sogar nur 10 Prozent.

Das macht es schwer, das global vereinbarte Ziel der WHO zu erreichen: Bis 2030 sollen die Neuinfektionen um 90 Prozent und die durch Hepatitis verursachten Tode um 65 Prozent reduziert werden. Dafür bräuchte es mehr Anstrengungen bei der Diagnose und Behandlung. Die WHO plädiert daher für die Abgabe von Hepatitis-C-Selbsttests, um möglichst viele Menschen zu erreichen, vor allem Risikogruppen wie beispielsweise Personen, die intravenös Drogen konsumieren.

DGVS fordert, Hepatitis-Screening umzusetzen

Angesichts der hohen Dunkelziffer an unerkannt Infizierten fordert die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), das Screening auf Hepatitis B und C zeitnah in den klinischen Alltag zu bringen. »Es ist wirklich gut, dass der G-BA das Screening auf Hepatitis B und C in den Check-up 35 aufgenommen hat. Jedoch muss jetzt auch die konkrete Umsetzung folgen«, so Professor Dr. med. Heiner Wedemeyer, Mediensprecher der DGVS.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat laut DGVS Ende 2020 beschlossen, das Screening auf Hepatitis B und C in den Check-up 35 aufzunehmen. Bevor dies in die Praxis umgesetzt werden kann, müsse aber noch die Abrechnung und Vergütung geregelt werden.

Deutsche Leberstiftung möchte mehr Engagement

Die Deutsche Leberstiftung betont, dass im Bereich der Virushepatitis verschiedene Möglichkeiten zur Früherkennung, Prävention und Therapie bestehen, mit denen das Ziel der WHO erreicht werden könne. Diese müssten mehr genutzt werden.

»Nach den letzten, zum Teil revolutionären Entwicklungen in der Hepatitis B- und C-Therapie stehen uns heute nahezu nebenwirkungsfreie und sehr effektive Medikamente zur Verfügung, die (bei der Hepatitis B) eine Kontrolle beziehungsweise (bei der Hepatitis C) sogar Heilung dieser chronischen Infektionen ermöglichen. Auch für die Hepatitis D besteht seit Kurzem eine neue Behandlungsmöglichkeit,« erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und betont: »Zudem besteht die Möglichkeit, sich vor diesen Infektionen, beispielsweise durch Impfungen zu schützen: Es gibt gegen Hepatitis B eine wirksame Schutzimpfung, die auch gegen eine Infektion mit dem Hepatitis D-Virus schützt. Und wir haben es erreicht, dass in Kürze im Rahmen des Präventionsprogramms ›Gesundheitsuntersuchung‹ für gesetzlich Versicherte (vorher als ›Check-up 35‹ bezeichnet), einmalig der Test auf Hepatitis B und Hepatitis C möglich ist«.

Für die Zukunft wünscht er sich: »Wir müssen verstärkt daran arbeiten, Awareness, also Bewusstsein für die Leber und ihre Gesundheit zu schaffen. Jeder erhöhte Leberwert muss hinsichtlich seiner Ursache abgeklärt werden. Daher wünsche ich mir für Deutschland eine Drei-Säulen-Strategie zur Eliminierung von Hepatitis B und Hepatitis C aus Awareness, Früherkennung und Behandlung.«

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