Jeder Weg fängt beim eigenen Ich an und der Frage: Was will ich eigentlich? Um das herauszufinden, lohne es sich, auf die eigenen Werte und Überzeugungen zu schauen: »Was sollte in Zukunft in einem Job und Arbeitsumfeld erfüllt sein, um morgens gerne aufzustehen und motiviert und gesund einen guten Job zu machen«, so Bernd Slaghuis. Für den einen ist es Freiheit, für die andere Sinnhaftigkeit, ein stabiles Einkommen, Struktur, Sicherheit oder auch ein stabiles Team.
»Bei allen, die sehr frustriert zu mir kommen, sind diese Werte oft schon lange Zeit nicht mehr erfüllt«, sagt Slaghuis. Ebenfalls wichtig: Wie sind die Rahmenbedingungen? Die Hauptverdienerin oder der Hauptverdiener einer Familie denke zum Beispiel anders über eine Kündigung nach, als jemand, der finanziell unabhängiger ist, sagt Slaghuis.
Sind alle Fragen zu den eigenen Erwartungen, Werten und Rahmenbedingungen geklärt, lohnt oft ein Blick auf die Interessen und Talente. »Was gibt mir Energie? Wo fühle ich mich wirksam und kompetent? Welche Tätigkeit lässt mich die Zeit vergessen?«, nennt Simone Kauffeld als mögliche Fragen in diesem Zusammenhang. Daraus ließen sich dann neue Ideen und Ziele formulieren, um Klarheit zu gewinnen. Das könne man allein probieren, aber auch Coachings könnten weiterhelfen, rät die Psychologin. »Hat man die Klarheit, ist handeln gefragt.«
Kleine Schritte gehen oder gleich der ganz große Bruch? Hierauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Kleine Schritte seien sinnvoll, wenn es noch Unsicherheiten gebe und man nicht wisse, was genau man will. »Oder auch, wenn man viel Verantwortung, zum Beispiel in der Familie, trägt«, so Kauffeld. Eine Weiterbildung oder ein Nebenprojekt könnten hier der erste Schritt sein, sagt die Psychologin.
In anderen Fällen kann ein klarer Schnitt sinnvoll sein. Insbesondere, wenn der bisherige Job auf die Gesundheit geht, man sich nicht mehr mit der Arbeit identifizieren kann und innerlich ohnehin längst gekündigt hat. Welche Schritte die geeigneten sind, kann man mit der Familie oder Freunden oder eben mit Coaches besprechen. Bernd Slaghuis sagt: »Wir sortieren gemeinsam das Gedankenkarussell, besprechen Handlungsoptionen und planen, welche nächsten Schritte wie und wann sinnvoll sind.«