| Katja Egermeier |
| 09.03.2026 16:00 Uhr |
Die Augen machen auch im Schlaf keine Pause – vielmehr gehen sie in eine aktive Erholungsphase über. / © Getty Images/David Espejo
Besonders ungünstig seien kurze oder stark gestörte Nächte. Denn während des Schlafs laufen im Auge wichtige biologische Prozesse ab: Die Netzhaut wird versorgt, die Augenoberfläche befeuchtet und der Augeninnendruck reguliert.
»Schlaf ist für das Auge keine Pause, sondern eine aktive Erholungsphase«, erklärt Professor Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, Vorsitzender der Stiftung Auge und Experte für Netzhauterkrankungen. Während des REM-Schlafs (REM = »Rapid Eye Movement«, englisch für »schnelle Augenbewegung«) – der Phase intensiven Träumens – seien die Augen besonders aktiv. Es gebe Hinweise aus der Forschung, dass die ruckartigen Bewegungen helfen könnten, Stoffwechselprodukte aus der Netzhaut abzutransportieren. Das sei vor allem für die Funktionsfähigkeit lichtempfindlicher Zellen von Bedeutung.
Ein erheblich gestörter Schlafrhythmus wirke sich zudem auf den Glucosestoffwechsel aus und erhöhe die Anfälligkeit für Diabetes mellitus. »Das wiederum begünstigt Augenerkrankungen wie die diabetische Retinopathie«, so Professor Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf und Pressesprecher der Stiftung Auge.
Auch altersabhängige Augenerkrankungen wie Grauer Star, Glaukom oder diabetische Netzhautschäden stehen mit ungünstigen Schlafmustern in Verbindung. Nach bisherigen Erkenntnissen ist das Erkrankungsrisiko bei rund sieben Stunden Schlaf pro Nacht am geringsten.
Jeder könne also über das eigene Schlafverhalten dazu beitragen, die Augen zu entlasten – etwa durch feste Schlafenszeiten, ausreichend lange Nächte und das frühzeitige Abklären von Schlafproblemen. Auch wenn Schlaf die augenärztliche Vorsorge nicht ersetzen kann, sei er dennoch ein wichtiger Baustein, um die Sehleistung bestmöglich zu unterstützen, so Holz.