Im Haushalt ist immer etwas zu tun – damit das im Urlaub nicht Überhand nimmt, plant man am besten bestimmte Zeiträume für das Abarbeiten der To-do-Liste ein oder fährt ganz weg. / © Getty Images/Kathrin Ziegler
»Unerledigte Dinge schwirren oft im Kopf herum«, sagt Maike Sauermann, Wirtschaftspsychologin und Gesundheitswissenschaftlerin bei IFBG (ehemals: Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung). Dahinter steckt ein psychologisches Phänomen, das als Zeigarnik-Effekt bekannt ist. Unerledigte oder unterbrochene Dinge bleiben uns demnach besonders präsent im Gedächtnis.
Das kann dazu führen, dass man im Urlaub innerlich unruhig bleibt. Wer ständig an die Steuererklärung oder den ausstehenden Arzttermin denkt, entspannt oft nicht richtig. Ist der Druck hoch, kann es deshalb sinnvoll sein, einen Teil des Liegengebliebenen bewusst anzugehen. »Wenn unerledigte Aufgaben als erdrückend erlebt werden, entlastet es, sie gezielt abzuarbeiten«, so Sauermann.
Allerdings warnt die Gesundheitsexpertin davor, den Urlaub komplett in Pflichterfüllung zu verwandeln. Besser sei ein klarer Rahmen, etwa: »Am Montag von 10 bis 12 Uhr kümmere ich mich um Organisatorisches – danach ist wirklich frei.« Solche klaren Absprachen mit sich selbst helfen, nicht in einen Dauer-Erledigungsmodus zu rutschen.
Besonders groß ist die Gefahr, wenn der Kurzurlaub zu Hause stattfindet. Im gewohnten Umfeld fallen einem ständig weitere unerledigte Dinge ins Auge: die Schublade, die man schon lange ausmisten wollte, die E-Mails, die noch unbeantwortet sind. Wer in vertrauten Mustern bleibt, gerät schnell in einen Strudel aus »Das mache ich auch noch eben«. »Am Ende kommt die Erholung zu kurz«, so Sauermann. Ein Ortswechsel kann helfen, aus den gewohnten Mustern auszubrechen: »Wegfahren ist dann eine gute Sache.«